Rekordhalbjahr für Erneuerbare Energien

Rekordhalbjahr 2018: Windenergie besonders im Januar ganz stark.
Rekordhalbjahr 2018: Windenergie besonders im Januar ganz stark.

Der Ökostrom-Sektor befindet sich abermals über dem Vorjahresniveau. In der ersten Jahreshälfte haben die Erneuerbaren-Anlagen in Deutschland rund 117 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt. Das sind fast zehn Prozent mehr als vergangenes Jahr, wie das Umweltbundesamt berichtet. Damit sind die ersten sechs Monate 2018 ein weiteres Rekordhalbjahr für die Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien. Der Zubau von Windkraft- und Photovoltaikanlagen muss dennoch deutlich ambitionierter angegangen werden. Auch der Netzausbau ist noch auf keinem akzeptablen Niveau.

Die außergewöhnlich gute Entwicklung ist dabei besonders auf einen Zubau der Windenergie zurückzuführen, der in den letzten Jahren die Ziele deutlich übertraf. Zudem herrschten besonders Anfang des Jahres überdurchschnittliche Windbedingungen. Allein der sehr stürmische Januar verdoppelte mit einer Windstrom-Produktion von 15 Milliarden Kilowattstunden den Wert aus dem vergangenen Jahr. Generell trugen die Wetterverhältnisse dieses Jahr maßgeblich zur Steigerung der Ökostrom-Produktion bei. In der Photovoltaik haben vor allem die sonnigen Monate Mai und Juni für neue Rekorde gesorgt. Der ebenfalls besonders sonnige Juli wird sich sicher auch in den Werten für die zweite Jahreshälfte niederschlagen.

Rekordhalbjahr dank Sonne und Wind

Die 117 Milliarden Kilowattstunden Ökostrom sorgen noch einmal für ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr. Knapp die Hälfte trugen die in Deutschland installierten Windparks bei. Sie kamen auf 57 Milliarden Kilowattstunde, gefolgt von den Photovoltaik-Anlagen mit 24 Milliarden Kilowattstunde. Damit blieb der Solarstrom etwas hinter der Erzeugung aus Biomasse zurück, die auf 26 Milliarden Kilowattstunden kam, wie es weiter hieß. Die Wasserkraftwerke hätten rund zehn Milliarden Kilowattstunden produziert. Im Rekordhalbjahr 2018 lagen dem Umweltbundesamt zufolge alle Erneuerbaren über den jeweiligen Vorjahresniveaus.

Die verbesserten Zahlen sind für das Umweltbundesamt aber nicht bloß Grund zum Jubeln. So wird auf den geringeren Zubau bei der Windkraft in diesem Jahr verwiesen. Die im Koalitionsvertrag vereinbarten Sonderausschreibungen für Windkraft und Photovoltaik sollten zügig erfolgen, um die Erneuerbare-Ziele bis 2030 zu erreichen. Zudem müsste die Bundesregierung den geplanten Netzausbau und den Kohleausstieg umsetzen. Der Einbruch bei der Photovoltaik ab 2013 hatte massive negative Konsequenzen für die Solarbranche in Deutschland. Eine vergleichbare Entwicklung bei der Windenergie muss daher unbedingt vermieden werden, heißt es beim Umweltbundesamt.

Quelle: Umweltbundesamt