Opec zum Sonderbericht des IPCC: Öl ist nicht giftig

Öl ist nicht giftig, sagte ein Opec-Sprecher

Der Weltklimarat IPCC hat vergangenen Montag einen Sonderbericht veröffentlicht. Die Welt erwärmt sich demzufolge sogar noch schneller als bislang vermutet. Zudem warnte der IPCC vor den Auswirkungen. Diese werden noch schwerwiegender sein als wir dachten. Eine Einhaltung des 1.5 Grad-Ziels sei aber immer noch möglich. Dazu müssten die Nationen den Anteil Erneuerbarer Energien jedoch weiter erhöhen. Nun beschwert sich die Ölförderländer-Organisation Opec. Man befürchtet, der Bericht beeinflusse zukünftige Investitionen. Dabei sei nicht das Öl giftig, sondern die Emissionen, sagte ein Sprecher.

Vorangegangen war der Debatte ein Sonderbericht des International Panel on Climate Change (IPCC) vom vergangenen Montag. Die 1.5 Grad Marke könne schon 2030 erreicht werden, heißt es darin. Daher seien „die kommenden Jahre vermutlich die wichtigsten in der Menschheitsgeschichte“, sagte IPCC-Wissenschaftlerin Debra Roberts.

Sollte das Ziel nicht erreicht werden, könnten die Folgen sogar noch weit gravierender sein als bisher vermutet, warnen die Klimaforscher. Um die 1.5 Grad-Marke nicht zu überschreiten, müssten die Nationen „schnelle, weitreichende und beispiellose Änderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen“ durchsetzen. Dazu gehöre vor allem der vollständige Umbau des Energiesektors. Weg von fossilen Energien, zu einer rein regenerativen Stromerzeugung.

Opec: Öl ist nicht giftig

Nun haben sich die Ölländer zu Wort gemeldet. Opec-Generalsekretär Mohammed Barkindo sagte am Donnerstag in London: Die Vorstellung, Erneuerbare Energie sei die einzige Zukunft der Menschheit sei fehl am platz. „Wir haben große Bedenken wegen einiger Schlussfolgerungen, gar nicht zu sprechen von den Vorschlägen für künftige Lösungen.“

Die Behauptung, die Menschheit könne in Zukunft nur mit den Erneuerbaren ihren Energiebedarf decken, sei falsch. Es gehe nicht darum, eine Energiequelle der anderen vorzuziehen. Seine Schlussfolgerung: Öl ist gar nicht giftig. Giftig sind die Emissionen. Daher müssten Technologien entwickelt werden, mit denen die Emissionen fossiler Energieträger reduziert oder sogar vollständig beseitigt werden könnten, so sagte er weiter. Die massive Kritik der Klimaschützer gefährde jedoch die Investitionen in fossile Energien und deren Forschung. Das könne möglicherweise gefährlichen Folgen für die Gesellschaft und die Weltwirtschaft haben.

Keine Zukunft für fossile Energien

Dabei sind sich die Forscher des IPCC einig: Nur indem die Menschheit den fossilen Energieträgern den Rücken kehrt, kann das 1.5 Grad-Ziel noch eingehalten werden. Sie bestätigen zudem in ihrem Bericht, dass dessen Erreichen „technisch möglich“ ist. Dazu müsse sich die Weltwirtschhaft jedoch „radikal ändern“. Vor allem im Bereich Energiewirtschaft, aber auch in der Landwirtschaft und im Verkehrssektor. Sollte das Ziel nicht erreicht werden, stehe die Welt vor langanhaltenden und unumkehrbaren Veränderungen, sagte der deutsche Klimaforscher Hans Otto-Pörtner, einer der Autoren des Berichtes.