Zur Entwicklung der Energiemärkte bis 2030

Das Bundeswirtschafts-ministerium hat eine „Energieprognose 2009“ vorgelegt. Die Studie zur Entwicklung der Energiemärkte bis 2030 wurde von den Forschungsinstituten IER (Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung), RWI (Rheinisch-Westfählisches Institut für Wirtschaftsforschung) und ZEW (Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt.

Im Bericht werden steigende Energiepreise prognostiziert und gleichzeitig ein sinkender Primärenergieverbrauch angenommen. Der Anteil der Kohlen am Primärenergieverbrauch gehe zurück, während der von Erdgas aufgrund der steigenden Bedeutung in der Stromerzeugung moderat zunehme. Insgesamt erhöhe sich die Importabhängigkeit.

 

Das für 2020 avisierte Ziel eines Anteils der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung von 30 Prozent werde nur knapp verfehlt, heißt es. Bis 2030 werden erneuerbare Energien schon 15 Prozent des Endenergieverbrauchs decken und damit die gesteckten Ziele übertreffen. Optmistisch zeigen sich die Experten hinsichtlich des im Rahmen des Kyoto-Protokolls für Deutschland festgelegten Ziels einer Verringerung des Treibhausgasausstoßes bis 2012: es werde um 21 Prozent gegenüber 1990 deutlich übertroffen. Bis 2030 würden sich die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 um fast die Hälfte (44 Prozent) verringern.

Dies sei möglich durch eine Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken, die von den Autoren befürwortet wird. Insbesondere würden die Kosten der Stromproduktion gesenkt, was positive wirtschaftliche Rückkopplungeeffekte habe. Trotz der Kosten einer Laufzeitverlängerung seien die Stromerzeugungskosten gering. Die ersparten Kosten für CO2-Zertifikate ermöglichten geringere Strompreise, heißt es. Unklar bleibt, ob dies nicht auch über erneuerbare Energien erreichbar wäre.

Josephin Lehnert

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