Energiewende: Welche Wärmeversorgung in der Zukunft?

Wie sieht die Alternative zu fossilen Brennstoffen in Zukunft aus?
Die fossilen Energien dominieren heute ganz deutlich unsere Wärmeversorgung: Knapp 90 Prozent der Wärme in Deutschland entstammen den fossilen Quellen. Doch diese sind endlich und beeinflussen zudem das Klima auf der Erde. Langfristig müssen deshalb gute Alternativen gefunden und eingesetzt werden. Aber was steht aktuell überhaupt zur Verfügung? Worauf kommt es an? Und was bringt die Zukunft?


Die Fossilen
Im Wärmebereich werden in erster Linie Erdöl und Erdgas eingesetzt. Heizungsanlagen wurden in den vergangenen Jahren immer weiter verbessert. Mit der sogenannten Brennwerttechnik wurde der Anteil der nutzbaren Wärme von 65 Prozent (vor über 24 Jahren), über 85 Prozent (vor zehn bis 24 Jahren) auf bis zu 98 Prozent erhöht. Doch nur zehn Prozent der Heizungsanlagen in Deutschland entsprechen diesem hohen Standard.


Die Erneuerbaren – darauf kommt es an
Aktuell werden laut dem Bundesumweltministerium 12,5 Prozent der Wärme in Deutschland mit erneuerbaren Energien abgedeckt – hauptsächlich durch Holz und Abfall.


Holz:
Holz sollte möglichst regional und aus nachhaltiger Forstwirtschaft bezogen werden. So wie bei Öl- und Gasheizungen gibt es auch bei Holzöfen ein großes Potenzial alte Öfen durch neue, effizientere und sauberere Varianten zu ersetzen.


Biogas:
Viele Biogasanlagen produzieren nur Strom und verfügen über ein hohes, ungenutztes Wärmepotenzial. Wo immer möglich müssen sinnvolle Lösungen zur Nutzung dieser Wärme gefunden werden. Biogas kann in aufbereiteter Form auch dem Erdgasnetz beigemischt werden.


Erdwärme und Umweltwärme:
Wärmepumpen nutzen die im Erdreich, im Grundwasser oder in der Luft gespeicherte Energie. Sie können sowohl Heizen als auch Kühlen. Luftwärmepumpen eignen sich nur, wenn im Sommer geheizt werden soll – etwa im beheizten Schwimmbad.


Solarthermie:
Einfacher geht’s nicht: In Solarthermieanlagen erwärmt die Sonne die darin zirkulierende Flüssigkeit. Sie werden vor allem zur Warmwasserbereitung, in größeren Anlagen auch zur Heizungsunterstützung eingesetzt.


Was bringt die Zukunft?
Im besten Fall ist in der Zukunft der Wärmebedarf durch effiziente Gebäude und Anlagen weitestgehend reduziert. Die Nutzung fossiler Energien geht immer weiter zurück. Um den verbleibenden Bedarf zu decken, werden zunächst Abfallprodukte genutzt, Abfallwärme der Industrie ebenso wie übriges Holz, Bio- oder Grünabfall.


Neben den heute bekannten Möglichkeiten, werden sicher auch noch bislang wenig bekannte Innovationen im Energiebereich eine Rolle spielen – interessante Beispiele hierfür sind zum Beispiel die LooWatt, ein Toilettensystem zur Biogasproduktion oder AoHeat bei dem mit Servern geheizt wird.


Sie kennen ebenfalls spannende Alternativen zum zukünftigen Heizen? Ab damit in die Kommentare!
 

2 Bemerkungen

  • Die energetische Nutzung von Biomasse zur Erzeugung von Wärme hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. 2013 lag die Wärmebereitstellung aus Biomasse bei etwa 117 Terawattstunden und laut dem Bundesverband Bioenergie e.V. wurden bereits 10 Millionen deutsche Haushalte über Bioenergie mit Wärme versorgt (2014). Dieser Trend wird aller Voraussicht nach in den kommenden Jahren anhalten und über die verstärkte Nutzung biogener Abfallprodukte und dem Ausbau von Kaskadensystemen (wiederholter Verwendung von Rohstoffen) verstärkt werden.

    Ralf Hartmann
    13.Januar 2015

    Quellen: BMU, BBE

  • Die größte Energiemenge stellt uns der Erdmantel zur Verfügung. In Island kommt die Mittelatlantische Bruchzone an die Oberfläche und liefert den Isländern schon seit Jahrzehnten jede Menge Wärme. Die Temperaturen, die benötigt werden um Wasserdampf zu erzeugen, der Turbinen antreibt und damit Strom produziert sind hinlänglich bekannt.

    Was kostet der Bau und Betrieb eines Kernkraftwerkes (und z.B. auch die Folgen eines GAUs)?

    Bei normaler Geothermischer Tiefenstufe von ca. 1°C je 30m Tiefe werden bei ca. 6000-6700 m Tiefe 150-200°C erreicht.
    Was hoch ist der Aufwand um in einer entsprechenden Tiefe einen Wasserkreislauf einzurichten indem man kaltes Wasser einbringt, geothermisch erhitzt und über ein Geothermie-Kraftwerk die Energie gewinnt?
    Ich bin Geologe und kein Betriebswirt. Aber diese Form der Nutzung macht Sinn. Diese Energie steht in einem Maße zur Verfügung, die keine Fossilen Brennstoffe je erreichen können.
    Um eventuell noch fehlende Techniken müssen sich Ingenieure kümmern.

    Zweiter Gedanke:
    In unbewohnten Sonnengebieten (von mir aus die Wüste Sahara) mittels Photovoltaik Strom erzeugen, den man zur Elektrolyse von Wasser nutzt um Wasserstoff zu erzeugen. Den Wasserstoff in alle Welt liefern um über die Knallgasreaktion mit Sauerstoff wieder Energie, und zwar sauber, da schlichtweg Wasser entsteht, zu erzeugen.

    Ob wir unser Öl aus Saudi Arabien beziehen oder Wasserstoff, macht den Unterschied von sauber ohne Treibhauseffekt zu schmutzig mit Treibhauseffekt aus.

    Alles schon angedacht, ausgesprochen und viel kaputtgeredet! Warum? Es hätte jeder etwas davon!

    Reiner Heßmann

    Wenn man die Milliarden nicht dafür einsetzt um Banken zu retten, die immer wieder einfach weiterhin ungebremst ihr Unwesen treiben, kann man viel erreichen.

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