„DaWindSchi“ – Windkraft im Skigebiet

Skifahrer

Skigebiete sind Stromfresser. Lifte, Hütten, Hotelanlagen und insbesondere Schneekanonen benötigen Strom. Das Skigebiet Salzstiegl in Österreich war Pionier mit dem Projekt „DaWindSchi – Windenergienutzung in Schigebieten“. Im Rahmen des Projekts wurde eine Windkraftanlage errichtet sowie eine Umfrage unter Touristen zur Akzeptanz von Windkraftanlagen durchgeführt.

Das Skigebiet Salzstiegl umfasst fünf Skilifte, zwölf Pistenkilometer und 26 Schneekanonen. Das bedeutet einen Bedarf von durchschnittlich 2.500 Kilowattstunden pro Tag in den drei Wintermonaten, in denen im Skigebiet Betrieb herrscht.

Dieser Energiebedarf kann im Schnitt jedoch auch mit der ersten Windkraftanlage in einem österreichischen Skigebiet nicht gedeckt werden. Das Windrad der Firma Leitwind hat eine Nennleistung von 1.500 Kilowatt und ging am 5. Dezember 2007 ans Netz.

Besonders an der Anlage ist der getriebelose Antrieb. Nabe und Generator sind direkt miteinander verbunden, was sich durch geringe Reibungsverluste positiv auf die Stromerzeugung auswirkt. Die Anlage kann dadurch auch bei niedrigen Windgeschwindigkeiten ab drei Metern pro Sekunde in Betrieb genommen werden. Das führt dazu, dass im Sommer Strom ins Netz eingespeist werden kann, der den Verbrauch im Skigebiet temporär übersteigt. So wird in den Sommermonaten nahezu der gesamte produzierte Storm eingespeist.

Wenn in den Wintermonaten jedoch die Schneekanonen zum Einsatz kommen, übersteigt der Bedarf aus dem Skigebiet den durch die Anlage erzeugten Strom. Durch die Beschneiungsanlagen kann es zu einem täglichen Energiebedarf von mehr als 17.600 Kilowattstunden kommen. Der Mehrbedarf wird aus dem öffentlichen Netz gedeckt.

Wenn einer 100-prozentigen Versorgung mit von der Windkraftanlage generiertem Strom ein Ökologisierungsgrad von 100 Prozent zugrunde gelegt wird, liegt der Ökologisierungsgrad in den Sommermonaten bei 95 Prozent. In den Wintermonaten werden 45 Prozent erreicht. Daher ist zur vollständigen Selbstversorgung des Skigebietes mit Strom ein Pumpspeicherkraftwerk geplant.

Neben der Inbetriebnahme der Windkraftanlage gehörte eine Umfrage unter Touristen zum „DaWindSchi“-Projekt. Ziel war die Akzeptanz von Windkraftanlagen generell  und speziell in Skigebieten zu erfragen. Das Ergebnis spiegelt eine positive Einstellung zu Windkraftanlagen wider. Auch in Skigebieten sind Touristen für den Ausbau der Windenergie. 

Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie in Wien hat einen Bericht zum „DaWindSchi“-Projekt heraus gegeben. Im Paper ist die Studie textlich und graphisch ausführlich aufbereitet und es informiert umfassend über das Projekt.

Judith Kronberg

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