Windkraft aus der Tasche

Windrad in Tasche

Man sieht sie immer öfter: Große Windräder in der Landschaft. Doch der Trend zu Windkraft geht weiter! Inzwischen findet man Windkraftanlagen nicht mehr nur im Grünen sondern in kleiner oder abgewandelter Form auf Gebäuden und seit neuestem auch in der Handtasche.

Auf dem Dach kann man es sich ungefähr vorstellen: Die Windradvariante ist kleiner, da die Anlage zum Funktionieren eine bestimmte Höhe benötigt sodass nur noch die Differenz zwischen dieser und dem Giebel ausgeglichen werden muss. Die Rotorblätter sind daher natürlich auch um einiges kürzer. Auch Kleinwindkraftanlagen, mit einer an Fussili-Nudeln erinnernden Form, die sich im Wind um die eigene Achse dreht, ist schon etwas gewöhnungsbedürftiger, aber immer noch nicht schwer vorzustellen.

Doch wie sieht eine Windkraftanlage in Handtaschenformat aus?

Zum einen wäre da die Erfindung „Xarius“ des jungen Studenten David Engelhorn. Xarius besteht aus einem dünnen Seil in dessen Mitte sich ein zirka 20 mal drei Zentimeter langes schmales Oval befindet welches den Akku beinhaltet. Spannt man dieses Gebilde nun zum Beispiel zwischen zwei Äste oder Gartenstühle, klappen an dem Oval drei längs angebrachte Flügel aus und beginnen sich im Wind zu drehen. Schon wird Strom produziert.

Nachdem David Engelhorn bis unter die Top 20 des diesjährigen James-Dyson-Award gekommen ist, steht Xarius zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht zum Verkauf. Zukunftspläne sind derzeit ebenfalls nicht bekannt.

Eine andere Erfindung nennt sich „Revolver – Personal Wind Turbine“ und wurde erst kürzlich mit dem Bundespreis Ecodesign ausgezeichnet. Revolver sieht anfangs aus wie ein harmloser nichtssagender Zylinder, doch schiebt man die äußere Hülle zusammen verwandelt sich diese in vier geschwungene Lamellen, die durch ihre Biegung vom Wind angetrieben werden. Unterhalb der Lamellen kommt ein dreibeiniges Stativ zum Vorschein, welches sich mit Widerhaken im Boden befestigen lässt und somit auch bei stärkerem Wind nicht umfällt.

Mit den 35 Watt, die Revolver erzeugen kann, lässt sich problemlos der Akku des Handys, Laptops oder anderer mobiler Geräte aufladen.

Der von Designern der frog design Europe GmbH entwickelte Revolver ist einen knappen Meter lang und zusammengeklappt nur wenige Zentimeter dick, weshalb es keine Probleme beim Transport geben sollte.

Beide kleinen „Taschenkraftwerke“ lassen sich prima zum Zelten oder Ausflug an den See mitnehmen. Man ist unabhängig vom Stromnetz, von geladenen Batterie und sogar von der Tages- und Nachtzeit. Theoretisch kann man mit ihnen auch auf dem Wasser zum Beispiel in einem Schlauchboot Strom erzeugen, denn Wind weht fast immer.

 

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