Wind- und Gezeitenkraftwerk in einem

Meer

Einen revolutionären Ansatz zur Energiegewinnung verfolgt das japanische Unternehmen Mitsui Ocean Development & Engineering Company (MODEC). Ein hybrides Energieerzeugungssystem gewinnt vor der japanischen Küste Energie aus zugleich Wind und Gezeitenkraft. 24 Stunden am Tag liefert das Hybridkraftwerk täglich saubere Energie.

Mit dem neuen Projekt wagt sich MODEC in unbekanntes Terrain. Denn zwar gibt es natürlich seit längerem Offshore-Windenergie- und Gezeitenkraftwerke, nicht aber ein System, das Energie aus beidem gleichzeitig gewinnen kann. SKWID – so der Name der Innovation – ist damit das weltweit erste schwimmende Wind-und-Gezeiten-Kraftwerk. Die kleinen Energieerzeuger sind völlig flexibel und unproblematisch einsetzbar. Vor allem ist keine kostenschwere und aufwändige Installation wie bei bekannten Offshore-Windrädern notwendig.

Ein SKWID besteht aus einer Windturbine über und einer Gezeitenturbine unter Wasser. Eine Darrieus Windturbine ist aufgrund ihres niedrigen Schwerpunkts außerordentlich stabil und fängt mit Hilfe spezieller, rechteckiger Rotorflächen zweimal so viel Wind ein wie handelsübliche Turbinen. Dazu trägt auch die vertikale Rotationsachse bei. Die gesamte Energieausbeute ist zwar aufgrund der geringen Größe der Turbine eher gering, was aber durch die flexible Einsatzweise ausgeglichen wird. Denn herrscht über Wasser Flaute, erzeugt das Mini-Gezeitenkraftwerk an der Unterseite der Plattform immer noch Strom. Ein Savonius Rotor gewinnt hier Energie selbst aus nur schwacher Gezeitenströmung. Außerdem ist er gegen Muschel- oder Algenbewuchs resistent. Die Unterwasserturbine dreht sich mit der Strömung und stellt dadurch keine Gefahr für Meeresbewohner dar.

Das SKWID arbeitet unabhängig von externer Stromzufuhr und trotzt auch rauen Seewetterverhältnissen. Eine einzige Plattform soll in der Lage sein, 300 Haushalte mit Energie zu versorgen. Der Umwelteingriff bleibt dabei laut Hersteller minimal. Schon im Herbst dieses Jahres sollen die ersten Kraftwerke dieses Typs in japanischen Gewässern in Betrieb genommen werden. Sie sind Teil der japanischen Energiepolitik nach Fukushima.

 Josephin Lehnert

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