Wie steht es um die energetische Gebäudesanierung?

Die Steuererleichterungen für die energetische Gebäudesanierung fehlen im Haushaltsentwurf für 2019.
Die Steuererleichterungen für die energetische Gebäudesanierung fehlen im Haushaltsentwurf für 2019.

Der Gebäudesektor ist für etwa 40 Prozent des deutschen Energieverbrauchs verantwortlich. Außerdem geht gut ein Drittel der CO2-Emissionen auf seine Kappe. Eine umfassende energetische Gebäudesanierung wäre also richtig und wichtig. Das legte die neue Bundesregierung auch in ihrem Koalitionsvertrag fest. Doch den Finanzminister scheint das nicht zu interessieren. Die vereinbarte steuerliche Förderung für energetische Gebäudesanierung sucht man im Haushaltsentwurf für 2019 vergeblich. Für die Deutsche Umwelthilfe ist dies ein besorgniserregender Offenbarungseid.

Schon heute ist die energetische Gebäudesanierung durchaus wirtschaftlich. Mehr noch: zum Erreichen der deutschen Klimaziele 2050 ist sie zwingend notwendig. Um das jedoch auch flächendeckend zu gewährleisten, ist die Politik gefordert. Nun hatte die Große Koalition in ihrem Koalitionsvertrag immerhin steuerliche Vergünstigungen neben bereits bestehender Förderprogramme festgeschrieben. Doch scheint dafür plötzlich kein Geld mehr zur Verfügung zu stehen. Entgegen der Vereinbarung im Koalitionsvertrag taucht die steuerliche Förderung für energetische Gebäudesanierung im Haushaltsentwurf 2019 nicht auf.

„Wenn der Bundesfinanzminister diese im Koalitionsvertrag vereinbarte und für den Klimaschutz zentrale Maßnahme nicht in seinem Haushaltsentwurf verankert, dann zeigt er, dass er die klimapolitischen Versprechen der neuen Regierung schon nach wenigen Wochen im Amt entweder vergessen oder schon aufgegeben hat“, so der Bundesgeschäftsführer der DUH, Sascha Müller-Kraenner.

Energetische Gebäudesanierung obligatorisch für deutsche Klimaschutzziele

Die Nichtberücksichtigung der Steuervergünstigungen für energetische Gebäudesanierung ist auch mit Blick auf die Klimaschutzziele besorgniserregend. Mit etwa 40 Prozent wird im Gebäudesektor der größte Teil deutscher Energie verbraucht. Durch energetische Gebäudesanierung ließe sich ein nicht unerheblicher Anteil CO2-Emissionen einsparen. Ein zentrales Element zur Förderung dessen wären steuerliche Anreize. So ließe sich die Sanierungsrate von aktuell unter einem Prozent auf mindestens das Doppelte erhöhen. Um die deutschen Klimaschutzziele zu erreichen, wäre das ein wichtiger Schritt.

Die Deutsche Umwelthilfe fordert nun die Bundesregierung dazu auf, umgehend ein Programm zur steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung auf den Weg zu bringen. Es muss zum Ziel haben, die Sanierungsrate im Gebäudebestand wenigstens auf zwei Prozent zu erhöhen. Nur so kann der Klimaschutz im Gebäudesektor erfolgreich gelingen.

Quelle: DUH

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