Weltweit 100 Prozent Erneuerbare ab 2050 möglich

100 Prozent Erneuerbare Energien
100 Prozent Erneuerbare Energien

Laut einer neuen Studie der Umweltschutzorganisation Greenpeace könnte die Menschheit die globale Energie-versorgung ab 2050 vollständig auf Erneuerbare Energien umstellen. Fossile Energieträger würden dann nicht mehr gebraucht. Diese Umstellung wäre finanzierbar, technisch möglich und könne 20 Millionen neuer Arbeitsplätze schaffen, schreibt Greenpeace. Zudem würde der CO2-Ausstoß so weit verringert werden, dass dadurch das international vereinbarte Klimaschutzziel, die globale Erwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen, erreicht werde oder der Temperaturantieg sogar noch geringer ausfalle.

Trotz verstärkter Anstrengungen vieler Nationen, den Ausbau der Erneuerbaren Energien voranzutreiben, sind die fossilen Brennstoffe noch immer das Rückgrat der Energieversorgung der Menschheit. So wurde 2013 78,3 Prozent der weltweit benötigten Energie mit den fossilen Energieträgern Kohle, Erdgas und Erdöl erzeugt, während lediglich 19,1 Prozent aus Erneuerbaren Energiequellen stammte. Das globale Feuerwerk, dass wir mit der Verbrennung dieser Rohstoffe entfachen, hat jedoch bereits heute deutlich messbare Spuren hinterlassen. Die Temperatur auf der Erde steigt an, verursacht durch die massive Freisetzung von Treibhausgasen.

Auf der im Dezember anstehenden Weltklimakonferenz in Paris sollen daher rund 200 Nationen ein verbindliches Klimaschutzabkommen unterzeichnen, mit dem Ziel, die globale Erwärmung auf maximal zwei Grad Celsius gegenüber dem Zeitalter vor der Industrialisierung zu beschränken. Dazu muss vor allem die Energieerzeugung mit den fossilen Brennstoffen deutlich verringert werden. Stattdessen sollen künftig Sonnenenergie, Wind und Wasserkraft, Geothermie, Biomasseanlagen und andere Erneuerbare Energien die von uns Menschen benötigte Energie liefern, und eine globale Energiewende einläuten.

Laut der neuen Greenpeace-Studie „Energy Revolution“ könnte diese globale Energiewende sogar bereit ab 2050 endgültig Realität werden. Die Studie, die Greenpeace zusammen mit dem Deutschen Luft- und Raumfahrt Zentrum (DLR) erarbeitet hat, kommt zu dem Ergebnis, dass der Ausbau klimafreundlicher Erneuerbarer Energien weitaus schneller als bislang voranschreiten könnte. Die globale Energieversorgung könne bis 2050 vollständig auf Erneuerbare umgestellt und die Energiewirtschaft dekarbonisiert werden. Das sei nicht nur technisch machbar und finanzierbar, sondern eröffne außerdem eine ganze Reihe von Vorteilen:

So würde die vollständige Umstellung auf regenerative Energien laut Studie zwar bis 2050 durchschnittlich etwa eine Billion US-Dollar im Jahr kosten, allerdings würden ab diesem Zeitpunkt jährlich Brennstoffkosten in Höhe von 1,07 Billionen US-Dollar eingespart. Zudem würde dieser Umbau weltweit 20 Millionen zusätzlicher Arbeitsplätze schaffen, schätzt Greenpeace. 2030 würden dann bereits 48 Millionen Menschen weltweit in der Energiebranche arbeiten, während die Zahl der Beschäftigten im gleichen Zeitraum ohne beschleunigte Energiewende sogar leicht auf rund 28 Millionen sinken würde. Doch der größte Nutzen wäre die massive Einsparung von Treibhausgasen: Sollte die globale Energiewende ab 2050 Realität werden, würde der CO2-Ausstoß so weit verringert, dass das Zwei-Grad-Ziel erreicht oder der Temperaturanstieg sogar unter der kritischen Grenze von zwei Grad bleibe, so die Berechnungen der Forscher.

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Deutschland könnte als „Mutterland der Energiewende“ besonders vom beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren profitieren, glauben die Studienautoren. „Für Deutschland ist die nationale und die globale Energiewende eine Riesen-Chance“, sagt Sven Teske, Greenpeace-Energieexperte und Hauptautor der Studie. Schon heute beschäftigt die deutsche Windindustrie rund 138.000 Menschen, die Exportquote der deutschen Hersteller von Windkraftanlagen liegt bei rund 60 Prozent. Sollte die globale Energiewende bis 2050 Wirklichkeit werden, werde sich der globale Windenergiemarkt bis 2030 vervierfachen.

„Die Erneuerbaren Energien sind inzwischen erwachsen und können mit klimaschädlichen Kohlekraftwerken und riskanten Atommeilern konkurrieren. Wir dürfen nicht zulassen, dass Kohle- und Atomlobbyisten Regierungen daran hindern, jetzt rasch den Weg in eine saubere, sichere und wirtschaftliche Energiezukunft zu gehen“, so Teske abschließend.

Quelle: Greenpeace

1 Kommentar

  • Also ich hör‘ die Botschaft wohl, allein mir fehlt der Glaube! Auch die v. g. Studie geht, wie auch so gut wie alle anderen Absichtserklärungen (ganz besonders aus dem politischen Raum) von absoluten Traumzuständen aus. Das größte Manko der bisher nicht funktionierenden Energiewende ist leider die Tatsache, dass niemand auch nur ansatzweise die gegebenen Realitäten berücksichtigt. Alle erklären ausschließlich, wie das in 20, 40 oder noch mehr Jahren aussehen muss. Niemand erklärt, wie dieser Zustand erreicht werden soll. Bestes negatives Beispiel ist die Politik: Angeblich will zwar jeder die Energiewende (die derzeit ohnehin lediglich eine Stromwende sein kann, die aber auch nicht funktioniert: Im Sommer müssen wir massenhaft Strom verschenken weil wir viel zu viel produzieren – aber nicht verbrauchen; im Winter bräuchten wir diesen Strom, aber da kommt dann vergleichsweise nix), aber jeder (Landesfürst) will was anderes. UND – wie war das noch damals mit den Aussagen unserer Kanzlerin zum bezahlbaren Strompreis???