Warum sozialverträglicher Klimaschutz wichtig ist

Das Problem der Energiearmut in Folge steigender Energiekosten findet sich in immer mehr deutschen Haushalten. Eine allgemeingültige Definition gibt es zwar noch nicht, doch viele Kommunen haben bereits das Problem erkannt und steuern gegen.

So sind es vor allem die Kosten für den täglichen Bedarf an Energie für Heizung, Warmwasser, Licht und den Betrieb elektrischer Geräte, die einen immer größer werdenden Teil des Haushaltseinkommens beanspruchen. Die steigenden Energiekosten belasten besonders Geringverdienende, wie beispielsweise Rentner, Studierende und Auszubildende oder auch Sozialhilfeempfänger. Die Folge: Energieversorger mahnen öfters denn je ausstehende Stromrechnungen an – und drehen schlussendlich bei Nichtbegleichen immer häufiger den Saft ab.

Neben den immer wieder diskutieren Gesetzen und Verordnungen tragen auch Mietverträge, der energetische Gebäudezustand sowie die Ausstattung des Haushaltes mit veralteten, verbrauchsintensiven Geräten zur wachsenden Energiearmut bei. Zum Teil liegen die Ursachen zwar im individuellen Einflussbereich der Betroffenen, doch können beispielsweise die Art der Warmwasseraufbereitung oder der Zustand des Gebäudes nicht eigenmächtig geändert werden. Darüber hinaus erhalten Sozialhilfeempfänger zwar von der Kommune finanzielle Unterstützung für Unterkunft und Heizung, doch ist der Regelsatz meist nicht auf steigende Stromkosten ausgelegt.

Viele Kommunen haben indessen Programme gegen eine steigende Energiearmut getroffen: Kooperationen mit Energieversorgern, die Zusammenarbeit mit Wohnungsbaugesellschaften, sozial ausgerichtete Sanierungsprogramme oder die energieeffiziente Sanierung von Sozialwohnungen bilden einen wichtigen Ansatzpunkt. Darüber hinaus werden unterschiedlichste Zielgruppen für einen effizienteren Umgang mit Energie sensibilisiert und zugleich zum Energiesparen motiviert, um einen nachhaltigen und sozialverträglichen Klimaschutz voranzutreiben. So helfen mehrsprachige Broschüren zur Aufklärung über Energieeinsparmöglichkeiten im privaten Haushalten. Bei dem deutschlandweiten Projekt „Stromspar-Check“ analysieren geschulte Berater den Energie- und Wasserverbrauch von Haushalten direkt vor Ort und haben hierbei vor allem die stromintensiven Elektrogeräte im Blick. In mehr als 120 Kommunen wird diese Aktion bereits durchgeführt, mehr als 100.000 Haushalte konnten beraten werden. Auswertungen zufolge senkten die Teilnehmer ihren Stromverbrauch um durchschnittlich 15 Prozent, was jährlichen Strom- und Wassereinsparungen in Höhe von bis zu 140 Euro entspricht. Langfristig werden etwa 200.000 Tonnen CO2 und rund 250 GWh Strom durch das Projekt eingespart – und damit die jährliche Stromerzeugung eines Gaskraftwerks.

Ein sozialverträglicher Klimaschutz bewahrt somit Betroffene vor der Energiearmut, bewahrt Kommunen vor steigenden Energiekosten und schützt unsere Umwelt und unser Klima.

1 Kommentar

  • Ich bin ja schon lange dafür, daß jeder Hartz 4 Empfänger vom Staat ein Plug and Play SolarModul für die Steckdose geschenkt bekommen sollte. Spart gleich 1/3 der Stromkosten. Aber die SPD will ja den Eigenverbrauch auch bestrafen 🙁