Warum Deutschland sein Klimaschutzziel deutlich verfehlen wird

Deutschland wird sein Klimaschutzziel, eine Reduzierung der bundesweiten CO2-Emissionen bis 2010 um 40 Prozent gegenüber 1990, aller Wahrscheinlichkeit nach klar verfehlen. Die Energiewende habe bislang sogar dafür gesorgt, dass sich die CO2-Bilanz verschlechtert habe. Das berichtete das Magazin „Zeit Online“.

Demnach sagte Patrick Graichen, der Direktor von Agora Energiewende und früher selbst politisch im Umweltministerium tätig, die Verantwortlichen in Sachen Energiewende hätten bei einem zentralem Punkt falsch gelegen. Man hätte gehofft, durch den Bau von genug Solar- und Windkraftanlagen baldmöglichst auf die fossilen Kraftwerke, allen voran die schmutzigen Kohlemeiler, verzichten zu können und so die Emissionen zu senken. Doch dieser Plan sei nicht aufgegangen.

Der Grund dafür ist paradoxerweise gerade der verstärkte Ausbau der Erneuerbaren. Denn Ökostom lässt die Energiepreise an der Strombörse fallen. Und aufgrund der hohen Kosten für Erdgas müssen, wenn der Energiepreis an der Strombörse sehr niedrig ist, als erstes die Gaskraftwerke abgeschaltet werden, da die Besitzer ansonsten Verluste machen würden.

Die Folge ist, dass in Deutschland immer mehr Gaskraftwerke, die deutlich weniger CO2 ausstoßen als Kohlemeiler, abgeschaltet oder ganz stillgelegt werden. Die CO2-neutralen Atomkraftwerke werden bekanntlich ebenfalls abgeschaltet. Die schmutzigen Kohlekraftwerke aber sind bei niedrigen Börsenpreisen für die Betreiber am rentabelsten. Denn Kohle ist billig. Kohemeiler bleiben also  weiter in Betrieb oder werden sogar neu gebaut. Und verdrängen nach und nach Gaskraftwerke.

Die Folgen sind klar: Die CO2-Emissionen in Deutschland steigen trotz immer mehr Wind- und Solaranlagen. Die Frage ist nun, warum die Energieexperten diese Entwicklung nicht vor Jahren vorhersehen konnten.

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