Wärmewende: Technologiemix bringt Vorteile

Technologiemix bringt Vorteile.
Technologiemix bringt bei der Wärmeversorgung von Gebäuden Vorteile.

Die Wärmewende im Gebäudesektor ist am wirtschaftlichsten im Technologiemix. So das Fazit einer neuen Studie der Deutschen Energie-Agentur (Dena).

Die Klimaschutzziele im Gebäudesektor lassen sich am besten erreichen, wenn alle verfügbaren Effizienztechnologien wirtschaftlich eingesetzt und die Infrastrukturen für Strom, Gas und Öl effizient mit erneuerbaren Energieträgern genutzt werden. „Eine stark forcierte Elektrifizierung der Wärmeversorgung würde dagegen zu höheren Kosten führen und höhere Sanierungsraten erfordern“, so Dena-Chef Andreas Kuhlmann.

Entsprechend des Elektrifizierungsszenarios müssten bis 2050 jedes Jahr rund zwei Prozent des gesamten Gebäudebestands in Deutschland saniert werden, um einen sehr breiten Einsatz von bis zu 16 Mio. Wärmepumpen bis 2050 zu ermöglichen. Im technologieoffenen Szenario würden dagegen 1,4 Prozent reichen. Hier kommen neben Strom für Wärmepumpen auch zunehmend gasförmige und flüssige Brennstoffe zum Einsatz, die mit Hilfe von erneuerbaren Energien synthetisch erzeugt und hauptsächlich importiert werden. Dafür wird jedoch ein hoher Anteil von Power2Gas oder Power2Liquid aus sonnenreichen Ländern wie Marokko importiert, wo auf großen Flächen noch kostengünstiger produziert werden kann als in Mitteleuropa.

Ein cleverer Technologiemix ist kostengünstig

 „Die geringere Sanierungsrate ist einer der Gründe, warum der Technologiemix in der Kostenbilanz deutlich günstiger ist als das Elektrifizierungsszenario “, unterstrich Kuhlmann bei der Vorstellung der Gebäudestudie in Berlin. Er erfordert weniger Investitionen in Gebäudehülle und Anlagentechnik. Dagegen fallen die höheren Kosten für die Beschaffung der erforderlichen Brennstoffe weniger ins Gewicht. Im Vergleich zum Referenzszenario (Fortschreibung der bisherigen Entwicklung) erreicht der technologieoffene Pfad die Klimaschutzziele für Mehrkosten von insgesamt 12 bis 14 Prozent. Das Elektrifizierungsszenario kommt auf Mehrkosten von gut 20 Prozent. Dies entspricht bis 2050 Mehrkosten von bis zu 450 Milliarden Euro.