Umfrage: Kohleausstieg und erneuerbare Energien

Kohleausstieg - Umfrage zeigt was Deutsche wollen
Eine repräsentative Umfrage zeigt: die Deutschen wollen mehrheitlich den Kohleausstieg

Die Gespräche zur Regierungsbildung sind im vollen Gange. Mit den Grünen/ Bündnis 90 und der FDP sitzen zwei Parteien mit am Gesprächstisch, die sehr unterschiedliche, fast schon entgegengesetzte Vorstellungen zum weiteren Vorgehen in der Klima- und Umweltpolitik haben. So wollen die Grünen die 20 schmutzigsten Kohlekraftwerke gleich abschalten und fordern den kompletten Ausstieg bis 2030. Die FDP hingegen ist der Meinung, dass Atom- und Kohleausstieg gleichzeitig hinsichtlich der Energieversorgung nicht möglich sind und zu viele Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Zudem warnen die Liberalen vor „nationalen Alleingängen“ beim Klimaschutz und „unnötigen Markteingriffen“.

Vor diesem Hintergrund haben der WWF und das Energie- und IT-Unternehmen LichtBlick eine repräsentative Umfrage durchführen lassen, mit dem Ergebnis: Fast drei Viertel der Menschen in Deutschland (72 Prozent*) erwarten von der neuen Bundesregierung einen schrittweisen Ausstieg aus der Kohleenergie. 41 Prozent fordern sogar, dass der Ausstieg möglichst schnell erfolgt.

Michael Schäfer, Leiter des Fachbereichs Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland meint dazu: “Die Zeit des Aufschiebens ist vorbei: Die neue Regierung hat nicht nur die Wissenschaft im Nacken, sondern auch die eigene Bevölkerung. Denn die Mehrheit hat verstanden, dass Kohle ihre Zukunft und die ihrer Kinder aufs Spiel setzt.“

Im Rahmen der Erhebung wurden vom 27. bis zum 29. September insgesamt 2052 Personen ab 18 Jahren von dem Meinungsforschungsinstituts YouGov zu den Themen Kohleausstieg und Ausbau erneuerbarer Energien befragt. Dabei sprach sich nicht nur ein Großteil der Befragten für den Kohleausstieg aus. Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer (56 Prozent) sprach sich auch für einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien als dringendste Maßnahme aus, während sich 47 Prozent eine Förderung und einen Ausbau klimafreundlicher Verkehrsalternativen wünschen.

“Der Ausbaudeckel für die erneuerbaren Energien ist paradox. Nicht das, was man unstreitig will, muss gedeckelt werden, sondern das, was man nicht will. Auf die fossile Stromerzeugung gehört der Deckel“, fordert Gero Lücking, Geschäftsführer Energiewirtschaft beim Energie- und IT-Unternehmen LichtBlick. Ob dies jedoch angesichts einer schwarz-gelb-grünen Regierung wirklich umsetzbar ist, bleibt abzuwarten.

Alle weiteren Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier.

 

Kohleausstieg:

Wer zahlt am Ende die Zeche?

Quellen:
Energiewendebeschleunigen
MDR Nachrichten