Test für intelligentes Stromnetz in Berlin

Berlin

Am Berliner EUREF-Campus ist im Frühjahr im Rahmen eines Forschungsprojektes ein „Micro Smart Grid“ installiert worden. Dieses intelligente Stromnetz verknüpft unterschiedliche Energiequellen, mobile und stationäre Stromspeicher sowie Verbraucher miteinander. Das Projekt ist Teil des Schaufensters für Elektromobilität und des vom Bund mit 5,4 Millionen Euro geförderten Forschungsprojekts „BeMobility – Berlin elektroMobil“.

Mit erneuerbaren Energien lässt sich nur dann eine sichere Energieversorgung realisieren, wenn eine stabile Versorgung gewährleistet ist. Die funktioniert aber nur mit neuen Speichern. Bei einem hohen Anteil regenerativer Energien wird die Versorgung volatiler und die Speicherung wichtiger. Smart Grids gelten hier als Lösung, insbesondere um Schwankungen in der Energiebereitstellung auszugleichen und die Energieverteilung bei zunehmendem Anteil erneuerbarer Energien intelligent zu steuern. Das Micro Smart Grid („micro“ weil es einen räumlich begrenzten Bereich umfasst) in Berlin Schöneberg soll zeigen, wie das geht.

Mit Unterstützung der Berliner Gaswerke, des Unternehmens Schneider Electric, dem Reiner Lemoine Institut sowie Solon wurden fünf Kleinwindanlagen, drei Solaranlagen und eine Großbatterie als Netzpuffer installiert. Diese wurden mit Ladesäulen für Elektroauto und der Energieleitwarte im InnoZ verbunden, von der aus die NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg alle Energieflüsse innerhalb des Micro Smart Grids steuern kann. Auf der Bildschirm-Leitwarte lässt sich in Echtzeit ablesen, wie viel Strom jeweils verbraucht wird.

Das technische Energiemanagement für Fahrzeugflotten und Gebäude organisiert Schneider Electric. Das Micro Smart Grid ermöglicht es, neben Strom aus dem öffentlichen Netz lokal produzierte regenerative Energie gezielt für die Versorgung von Elektrofahrzeugen und ausgewählte Mieter auf dem EUREF-Campus einzusetzen. Schon eine intelligent eingesetzte Flotte von einer Million Fahrzeuge entspräche den heutigen Kapazitäten aller verfügbaren Pumpspeicher. Die Batterien von E-Fahrzeugen sind sehr flexibel und daher gut für den kurzfristigen Spannungsausgleich im Netz geeignet.

Das Pilotprojekt ist in seiner Konstellation bisher einzigartig in Deutschland und wurde als Teil der Modellregion Berlin/Potsdam vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert. Stefan Schmitt, Referatsleiter im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, erklärte: „Mit diesem Projekt können wir demonstrieren, wie Energiewende und Elektromobilität zusammengehen“.

Josephin Lehnert

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