Studie zu Umweltwirkungen und Wirtschaftlichkeiten von Heizungssystemen

Heizungsregler; Foto: shutterstock

Das Beratungsunternehmen Ecofys hat im Auftrag des Umweltbundesamtes eine Vergleichsstudie für Heizungssysteme durchgeführt. Darin werden gängige und innovative Anlagensysteme zur Wärmeversorgung im Wohngebäudebereich untersucht, unter anderem Öl- und Gasbrennwertkessel, Sole-Wasser-Wärmepumpen, konventionell und regenerativ erzeugte Fernwärme sowie Blockheizkraftwerke. Ermittelt wurden der Primärenergiebedarf, Treibhausgasemissionen sowie die Investitions- und Betriebskosten. Die Berechnungen basieren auf den festgelegten Versorgungsaufgaben: der Bereitstellung von Heizwärme, Warmwasser und Gebäudebelüftung. Dabei wurden auch unterschiedliche Nutzungsgrade berücksichtigt. Im Mittelpunkt der Untersuchung standen Ein- und Mehrfamilienhäuser, wobei vier Energiestandards definiert wurden: unsanierter Altbau, Neubau nach Energiesparverordnung 2009, KfW-Effizienzhaus und Passivhaus-Neubau.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass unsanierte Altbauten erwartungsgemäß die höchsten Emissionswerte aufweisen, wobei diese bei Öl-Niedertemperatur- beziehungsweise Brennwertkesseln besonders hoch sind. Sehr niedrige CO2-Emissionswerte haben Scheitholz- und Pelletkessel. Diese liegen auf einem ähnlichen Niveau wie regenerative Fernwärme. Anders verhält es sich bei den Neubauten. Hier zeigt ein Gas-Brennwertkessel geringere Emissionen als eine Sole-Wasser-Wärmepumpe. Im Passivhaus verursacht ein Gas-Brennwertkessel weniger Emissionen als die konventionellen, fossilen Heizungsanlagen im KfW-70-Effizienzhaus. Die Unterschiede zwischen Ein- und Mehrfamilienhaus kommen generell kaum zum Tragen. Auch hier weisen Passivhäuser durchschnittlich die niedrigsten spezifischen Emissionen auf.

Hinsichtlich der Jahresgesamtkosten sind Heizungssysteme im unsanierten Bestand fast immer teurer als in Neubauten. Die Kosten für das KfW-70-Effienzhaus sind größer als die für den EnEV-2009-Neubau. Noch günstiger wiederum sind die Heizungssysteme im Passivhaus. Wärmepumpen zeigen höhere Jahresgesamtkosten als Gas-Brennwertkessel. Noch günstiger sind Öl-Niedertemperatur- und Brennwertkessel. Für Selbstversorger sind Scheitholzkessel eine äußerst günstige Versorgungsmöglichkeit. Diesel haben zwar auch die niedrigsten CO2-Emissionswerte, jedoch sind die Werte für sonstige Emissionen (CO, NOx und Staub) hier besonders hoch. Generell gehen niedrige CO2-Emissionen mit höheren sonstigen Emissionen einher.

Künftig sollen nicht nur die Heizungssysteme samt Speicher-, Verteil- und Versorgungssystem betrachtet werden, sondern auch die Gebäudehülle in die Betrachtungen mit einbezogen werden. Zudem seien auch Nullenergie- und Plusenergiehäuser von Interesse, heißt es im Ausblick. Die Ergebnisse der gesamten Studie kann man hier nachlesen.

Josephin Lehnert

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