Stromversorgung kann 100 Prozent erneuerbar sein

Stromversorgung

„Kombikraftwerk 2“ – das ist ein Projekt, in dem eine sichere Stromversorgung geprobt wird. Die zentrale Frage dabei ist, wie kann man einen stabilen Netzbetrieb auch bei 100 Prozent erneuerbaren Energien schaffen? Ein Konsortium aus Wirtschaft und Wissenschaft hat Ende letzten Jahres erste Ergebnisse vorgestellt. Wichtigste Erkenntnis: Schon ab Mitte des Jahrhunderts könnten konventionelle Kraftwerke überflüssig werden.

Prof. Dr. Clemens Hoffmann, Institutsleiter des Fraunhofer IWES in Kassel, ist der Überzeugung, dass die Energiewende in der entscheidenden zweiten Phase angekommen ist, nach der forcierten Entwicklung regenerativer Energieerzeugungsarten: „Angesichts der Tatsache, dass mit den vielen verschiedenen regenerativen Erzeugern und ihren natürlichen Produktionsschwankungen sowie neuer Kopplungsmöglichkeiten zwischen den Bereichen Wärme, Elektrizität und Verkehr das Energiesystem immer komplexer wird, ist es unerlässlich dieses nun intelligent zu strukturieren: Damit wird die Energiesystemtechnik neben der Erzeugungs-, Übertragungs- und Speichertechnologie zu einer eigenständigen Domäne. Die Ergebnisse des Projektes belegen dies in eindrucksvoller Weise“, erklärte er auf der Abschussveranstaltung des Forschungsprojektes.

Mit dem ersten Kombikraftwerk-Projekt hat man gezeigt, dass der Strombedarf in Deutschland in einigen Jahren vollständig mit erneuerbaren Energien gedeckt werden könnte. Im Rahmen von Kombikraftwerk 2 hat man nun drei Jahre lang untersucht, wie groß der Bedarf an Systemdienstleistungen bei einer 100 Prozent erneuerbaren Stromversorgung wäre.

Durch die Systemdienstleistungen wird ein stabiler und sicherer Netzbetrieb gewährleistet. Dazu gehören die Frequenzhaltung und die Spannungshaltung. Zur Bereitstellung der Systemdienstleistungen wurden bisher vor allem Kohle-, Erdgas- und Atomkraftwerke genutzt. Mit dem Kombikraftwerk 2 wollte man demonstrieren, dass auch bei vollständig erneuerbarer Stromversorgung ein sicherer und zuverlässiger Netzbetrieb gewährleistet sein kann, ohne dass Stromausfälle drohen.

„Wenn in Zukunft erneuerbare Energien in Kombikraftwerken verknüpft und gesteuert werden, können sie zusammen mit Speichern jederzeit den Bedarf decken und für eine stabile Frequenz und Spannung im Netz sorgen“ erklärte Dr. Kurt Rohrig, stellvertretender Institutsleiter am Fraunhofer IWES das wichtigste Ergebnis des Projektes.

1 Kommentar

  • Der Strom für die 97.500 Einwohner des Odenwaldkreises, der flächenmäßig so groß ist wie die Stadt Berlin und zu 45 Prozent bewaldet ist, könnte seit 2012 komplett aus der Region stammen und gleichzeitig die Wärmeversorgung von Schulen/Krankenhaus/Rathaus sichern.