Strombilanz für das erste Halbjahr

BDEW legt Zahlen Strombilanz vor: Erneuerbare überholen Steinkohle.
BDEW legt Zahlen Strombilanz vor: Erneuerbare überholen Steinkohle.

Die Erneuerbaren Energien sind in Deutschland weiter im Aufwind. Der Anteil Erneuerbarer an der deutschen Stromerzeugung lag im ersten Halbjahr 2018 erstmals vor der Kohle. Das ergeben Schätzungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Dessen Strombilanz belegt, dass Ökostrom immer mehr und fossile Energieträger immer weniger genutzt werden. Grund zum Jubeln ist die BDEW-Strombilanz aber noch lange nicht. Der Kohleausstieg geht weiter viel zu schleppend voran. Und auch der hohe Anteil Erneuerbarer Energien am Strommix hängt vor Allem mit guten meteorologischen Bedingungen in den ersten beiden Quartalen zusammen.

Erstmals lag der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung vor dem der Braun- und Steinkohle. Nach ersten Schätzungen haben die Erneuerbaren Energien im ersten Halbjahr dieses Jahres fast 118 Milliarden Kilowattstunden zur Bruttostromerzeugung beigetragen. Das sind stolze zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Stromerzeugung durch Braun- und Steinkohle hingegen soll mit etwa 114 Milliarden Kilowattstunden deutlich zurückgegangen sein. Vergangenes Jahr waren es noch 127 Milliarden Kilowattstunden.

„Diese Zahlen belegen eindrucksvoll: Der marktgetriebene, schrittweise Ausstieg aus der Kohleverstromung ist schon in vollem Gange. Die Erneuerbaren sind auf dem Vormarsch. Was es hingegen dringender denn je braucht, ist eine Beschleunigung des Netzausbaus, um die Erneuerbaren in das Energiesystem zu integrieren“, so Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Vermeintlich positive Strombilanz und viel zu tun

Trotz der vermeintlich positiven Zahlen aus der Strombilanz des BDEW bleibt für die Kohle-Kommission noch viel zu tun. Zwar ist es erfreulich, dass die Erneuerbaren Energien zulegen konnten. Der Rückgang der Kohle allerdings bezieht sich hauptsächlich auf die Steinkohle. Die Stromerzeugung aus Braunkohle hingegen stagniert auf einem ähnlichen Niveau wie die letzten Jahre. Für die Energiewende und zum Erreichen der Klimaziele ist ein strukturierter Kohleausstieg dringend notwendig. Auch die Netze gehören besser ausgebaut und auf die Stromerzeugung durch Erneuerbare eingestellt. Die Kohle-Kommission, die einen Ausstiegsplan für die Kohleverstromung vorlegen und am Freitag zu ihrer zweiten Sitzung zusammenkam, wird sich auch darum kümmern müssen.

Quelle: BDEW