Startschuss für Nord-Süd-Stromtrasse „SuedLink“

Vergangenen Mittwoch gaben die beiden Übertragungsnetzbetreiber TenneT und TransnetBW ihre Pläne für das größte und längste Netzausbauprojekt der Energiewende bekannt: Ab 2022 soll die Gleichstromverbindung „SuedLink“ Windstrom über 800 Kilometer von Schleswig-Holstein bis in den Süden nach Bayern und Baden-Württemberg transportieren.

„SuedLink ist eines der bedeutendsten Netzausbauprojekte Europas und das wichtigste Infrastrukturprojekt der Energiewende“, sagte Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung von TenneT. Rainer Joswig, Mitglied der Geschäftsführung der TransnetBW, ergänzte: „Die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Hessen werden im Jahr 2023 rund 30 Prozent ihres Jahresverbrauchs an Strom importieren müssen. Die Windenergie, die den Kernenergiestrom ersetzen soll, wird aber vor allem an den Küsten im Norden produziert. Sie muss über hunderte Kilometer nach Süden transportiert werden.“ SuedLink bilde damit das Rückgrat für eine sichere Stromversorgung im Süden Deutschlands und sei Grundlage für eine funktionierende Wirtschaft und Gesellschaft, so Joswig.

Von der Politik erwarten die beiden Übertragungsnetzbetreiber, Einigkeit darin, ob die großen Stromverbindungen weiter ihren Beitrag zur Energiewende leisten sollen. So fordert die bayerische Landesregierung aufgrund massiver Proteste etlicher Gemeinden in Bayern ein Moratorium für Gleichstromverbindungen und eine Überprüfung aller geplanten Stromverbindungen nach Bayern. Erst wenn sowohl von landes- als auch bundespolitischer Ebene eine klare Unterstützung des notwendigen Netzausbaus und der großen Stromverbindungen wie SuedLink sichergestellt ist, wollen TenneT und TransnetBW die bereits geplanten Informationsveranstaltungen für Bürger und Gemeinden entlang des vorgeschlagenen Trassenkorridors auch wirklich durchführen.

SuedLink besteht derzeit aus zwei einzelnen Vorhaben: Die Verbindungen von Wilster bei Hamburg nach Grafenrheinfeld bei Schweinfurt sowie eine Verbindung von Brunsbüttel nach Großgartach in Baden-Württemberg. Beide sind Teil des Bundesbedarfsplangesetzes, das vom Deutschen Bundestag verabschiedet die Grundlage für den bundesweiten Netzausbau bildet.

Am Mittwoch stellten TenneT und TransnetBW einen Vorschlag für einen möglichen SuedLink-Korridor für den ersten Abschnitt von Wilster nach Grafenrheinfeld vor. Er ist Ergebnis der Analysen vorhandener Daten zu Pflanzen und Tierwelt, zu Siedlungen, Infrastruktur, Boden und Wasser. „Der vorgeschlagene Korridor für SuedLink ist nicht in Stein gemeißelt“, stellte Hartman klar. „Wir stehen ganz am Anfang der Planungen, noch weit vor Beginn des Genehmigungsverfahrens. Der Trassenkorridor steht noch nicht fest und wir brauchen das Feedback der Bürger und Gemeinden, um diese wichtige Verbindung gut planen zu können.“

Der vorgestellte Korridor führt von Wilster in Schleswig-Holstein südlich nach Niedersachsen, passiert Verden/Aller und geht dann zwischen Hannover und Lehrte an Hildesheim vorbei Richtung Süden. Danach führt er weiter in südwestlicher Richtung an Höxter, Beverungen und Warburg und westlich an Kassel vorbei. Dann geht es westlich an Bad Hersfeld vorbei nach Süden und schließlich an Fulda vorbei nach Grafenrheinfeld. Der Antrag für das erste Vorhaben von SuedLink, die Verbindung Wilster–Grafenrheinfeld, wird frühestens im April dieses Jahres im Rahmen der Bundesfachplanung gestellt werden. Die Planungen für das zweite Vorhaben Brunsbüttel–Großgartach starten zeitnah in 2014.

 

2 Bemerkungen

  • Es ist mir ein wenig rätselhaft, was der „Freistaat Bayern“ gegen HGÜ-, also Gleichstrom-Verbindungen, hat? Und – wieso sehen die projektierenden Unternehmen nicht von Anfang an eine Verkabelung in den „kritischen“ Regionen vor? Das ist ja gerade einer der großen Vorteile der HGÜ-Verbindungen, dass längere Kabelstrecken problemlos realisierbar sind!
    Max Blatter, Dipl.Elektroingenieur ETHZ, Schweiz

  • Die Energiewende ist wichtig. Weg von Atomstrom. Weg von Kohlestrom. Hin zu PV und Windkraft. Netze brauchen wir eigentlich nicht, wenn mir dezentral vorgehen. Schaut euch unser Wohnhaus mit Strom, aber ohne Stromanschluss an. Ein komplett autarkes System. RICHTIG AUTARK! Ohne Versorgungsanschlüsse. Bitte votet für uns noch bis zum 13.02.2014 beim Greentec Awards 2014. Link und viel mehr Infos auf http://www.bmmh.de/autarkie/ DANKE.