Speichermöglichkeit für Windstrom

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Die Windenergie ist ein wahres Powerpaket und liefert reichlich Strom – zumindest wenn der Wind ordentlich bläst! Ob der erzeugte Strom dann auch verbraucht wird, das interessiert die riesigen Windräder nicht, sie produzieren auch dann, wenn eigentlich kein Strom benötigt wird. Großes Manko dieser Technik ist nach wie vor die Speicherung, damit überschüssiger Strom nicht, im wahrsten Sinne des Wortes, verschleudert werden muss.

Einer Lösung dieses Problems dicht auf der Spur ist nun das schwäbische Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung (ZSW) aus Stuttgart. Zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) haben die findigen Forscher eine Möglichkeit gefunden, den aus Windenergie erzeugten Strom so umzuwandeln, dass er sich in das Erdgasnetz einspeisen lässt. Ein Überangebot an Strom kann so sinnvoll genutzt werden.

Gerade jetzt, erneuerbare Energien in aller Munde sind und Solar- und Windenergie weiter ausgebaut werden, eine zukunftsträchtige Idee. Möglich machen das die Forscher durch ein Verfahren, bei dem der erzeugte Strom in Form von Methan gespeichert wird. Genau genommen durch die komplexe Herstellung des edlen Gases, das sich problemlos in das Ergasnetz einspeisen und wieder zu Strom umwandeln lässt. Vereinfacht spaltet Strom dabei in der Elektrolyse Wasser in Sauer- und Wasserstoff. Wird dem Sauerstoff dann Kohlendioxid zugeführt, entsteht hieraus Methan.

Dass dieses Verfahren funktioniert, haben die Forscher bereits unter Beweis gestellt. In Stuttgart läuft bereits eine dieser Anlagen mit Erfolg, sodass für das Jahr 2012 eine weitere, dieses Mal jedoch deutlich größere Anlage, entstehen soll. Für die Zukunft planen die schlauen Schwaben nun auch die Strom-Überschüsse aus Photovoltaik-Anlagen mit diesem Verfahren in Methan umzuwandeln und ebenfalls in das Ergasnetz einzuspeisen. An Kapazitäten mangelt es dem deutschen Ergasnetz dabei keineswegs – rund 25 Prozent des Bedarfs lässt sich hierin bunkern.

Judith Schomaker

6 Bemerkungen

  • Das ist eine sehr interessante Möglichkeit. Ich vermisse jedoch in diesem Artikel ebenso wie in der verlinkten Presseerklärung eine Angabe zum Wirkungsgrad. Man muss wohl davon ausgehen, dass bei der Umwandlung der Energie noch sehr viel Energie verloren geht. Das ZSW macht dazu auch auf ihrer Homepage (http://www.zsw-bw.de/index.php?id=54) keine Angaben. Der Text dort liest sich aber auch so, dass die ganze Idee noch in den Kinderschuhen steckt und noch einiges an Forschung hineingesteckt werden muss.
    Trotzdem muss ich sagen, dass vor allem die Nutzbarkeit der vorhandenen Infrastruktur sehr reizvoll ist.

  • Ich finde es immer faszinierend, wenn man bei einer Energiequelle die niemals versiegen wird noch über Wirkungsgrade diskutieren werden muss.
    Mein technisches Verständnis würde allerdings auch gerne erfahren wir es um die Effizienz bestellt ist und ob die Technik finanziell unabhängiger von Subvention sein wird als andere regenerativen Energien, die uns Unmengen an Geldern kosten.