Norwegen bietet Speichermöglichkeit für Ökostrom

Fjord in Norwegen; Foto: NinaObbelode (aboutpixel)

Wenn es um die Speicherbarkeit alternativ gewonnener Energien geht, tun sich nach wie vor noch wahre Abgründe auf. Der Ausbau erneuerbarer Energien scheint aufgrund der fehlenden Speichermöglichkeiten zum Scheitern verurteilt zu sein, wird nicht schnellstmöglich nach Lösungen geforscht. Besonders in den witterungsabhängigen Schwankungen der Solar- und Windenergiegewinnung scheint die größte Herausforderung zu liegen.

Sowohl Überproduktionen, als auch Zeiten mit nur schwacher Stromproduktion, etwa Windflauten oder Nachtstunden, machen dem Umstieg auf eine reine Ökostromgewinnung zu schaffen. Noch können die Überproduktionen aufgrund der fehlenden Infrastruktur die Zeiten der schwachen Stromproduktion nicht auffangen.

Alleine bis zum Jahr 2020 wird in Deutschland eine Speicherkapazität für Ökostrom von rund sieben Gigawatt benötigt. Derzeit würde rund die Hälfte als Speicher für alternativ gewonnenen Strom gebraucht werden. Ein Lösungsansatz für diese Problematik kommt aus dem hohen Norden.

Der norwegische Stromkonzern Stratkraft scheint eine simple Lösung für die fehlenden Speichermöglichkeiten hierzulande bei sich im Land gefunden zu haben. Der in Hochzeiten produzierte, überschüssige Strom könnte in norwegischen Stauseen gespeichert werden. Immerhin haben die bestehenden Wasserkraftwerke in dem skandinavischen Land das Potenzial, bis zu 20 Gigawatt Leistung zurück ins Ausland zu liefern. Durch ein Aufrüsten der bestehenden Wasserkraftwerke zu Pumpspeicherkraftwerken und den Einsatz stärkerer Pumpen könnte sogar noch mehr Strom zwischengespeichert werden – angesichts der benötigten sieben Gigawatt also des Rätsels beste Lösung. Oder etwa nicht?

Per Stromkabel, das durch die Nordsee verlaufen soll, wird der überschüssige Strom zu unseren skandinavischen (fast-) Nachbarn geleitet. Hier dient er dazu, elektrische Pumpen zu betreiben, die Wasser hinauf in riesige Stauseen pumpen. Wird nun in Deutschland Strom benötigt, da gerade eine Windflaute herrscht und auch aus Photovoltaikanlagen nicht genügend Strom zur Verfügung steht, soll das Wasser der Stauseen wieder abgelassen werden und dabei Turbinen und Generatoren zur Stromgewinnung antreiben. Eine nette Idee, denn auch die nötigen Investitionen für die Umsetzung dieses Projekts würden sich nach Angaben der Verantwortlichen in Grenzen halten.

Ein winziges Problem bliebe da allerdings noch auszumerzen – dem Netzbetreiber sind die Partner beim Bau einer der beiden Stromautobahnen durch die Nordsee abgesprungen. Vielleicht sollten sich deutsche Partner nun einschalten, um das Projekt möglichst schnell wieder in die Gänge zu bringen. Schließlich ist es unser Strom, der in Norwegen gespeichert werden soll.

Judith Schomaker

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