Solarmodule aus Asien

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Die Asiaten halten verstärkt Einzug auf den Markt der Solarmodule. Längst werden nicht mehr nur „Plastikartikel“ mit dem fernen Land in Verbindung gebracht, sondern immer öfter Solarmodule. Doch was ist dran an den Modulen made in China und Co.? Halten sie das, was die Qualitätsansprüche nach unseren Maßstäben betreffen oder sind die China-Module einfach nur „billig“? Und wie ist es um die Reklamationsabwicklung bestellt, wenn die Asienmodule Ärger machen?

Entgegen vieler schnell geäußerter Meinungen, alles, was aus dem fernen Land käme sei nur billig, würde aber in Punkto Qualität zu Wünschen übrig lassen, sind die Module aus Asien keineswegs nur billige Importware! Wie in vielen Produktionssektoren ist es auch bei Solarmodulen so, dass viele „Deutsche Hersteller“ ihre Module in China fertigen lassen. Hierzulande werden dann lediglich ein paar kleinere Bauteile montiert, das Firmenlogo aufgebracht und schon ist es da, das deutsche Modul namhafter Hersteller.

In Sachen Fertigung sind uns die Asiaten nämlich teilweise deutlich überlegen. Sie warten mit Produktionsstraßen auf, von denen wir hierzulande nur träumen können. Modernstes technisches Gerät aus Deutschland sorgt für reibungslose Abläufe, Löhne, die für unsere Vorstellungen kaum nennenswert sind, lassen die Preise schrumpfen. Zertifizierungen von deutschen Prüfanstalten direkt vor Ort runden das Gesamtpaket dann ab. Die Gründe hierfür sind schnell erklärt. Deutschland ist seit Jahren auf dem Gebiet der Modulherstellung vertreten, entsprechend „alt“ sind die Fertigungsstraßen. China hingegen ist relativ „neu“ im Geschäft, kein Wunder also, dass ihre Anlagen deutlich moderner sind. Hinzu kommt die Absenkung der Photovoltaik-Förderung, die dem Produktionsstandort Deutschland entgegenwirkt.

Wie sieht es aber aus, wenn man sich in Deutschland für Module “made in Asia“ entscheidet? Vor allem, wenn es zum Reklamationsfall kommt? Viele asiatische Modulhersteller haben darauf bereits reagiert und eigens für die Abwicklung von Garantiefällen Zweigstellen in der Bundesrepublik aufgebaut. In der Regel wendet sich der Betroffene jedoch an seinen Anlagenbauer, der wiederum an denjenigen, von dem er die Module bezogen hat. Je mehr Zwischenstationen, desto aufwändiger wird es im Fall des Falls. Kein schlechter Gedanke, seine Module direkt vom Hersteller zu beziehen – aufgrund der im Einzelfall zu geringen Abnahmemenge jedoch nicht gang und gebe. Vor diesem Hintergrund werden die oft mit Skepsis betrachteten Module aus China jedoch in ein ganz anderes Licht gerückt und die Scheu vor dem Unbekannten wird immer geringer.

Judith Schomaker

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