Solar Wind, die Brücke die Energie erzeugt

Die DesignerLuisa Saracino, Francesco Colarossi und Giovanna Saracino des italienischen Architekturbüros Coffice haben eine Brücke entworfen, die nicht nur Fahrzeuge von A nach B bringen kann, sondern zusätzlich Energie erzeugt. Diese Idee ist insofern bemerkenswert, als es natürlich immer besser ist, Dinge die „sowieso“ gebaut werden noch zusätzlich zur Energieerzeugung zu nutzen. Außerdem eignen sich gerade Brücken dafür sehr gut, vor allem für die Nutzung von Windenergie.

In erster Linie liegt das daran, dass Brücken heutzutage oft in schwindelerregender Höhe errichtet werden und somit von viel besseren Windverhältnissen profitieren könnten, als das ebenerdig der Fall ist. Das machten sich auch die italienischen Designer bei ihrem Brückenentwurf namens Solar Wind zu Nutze und haben den kompletten Unterbau mit 26 Windturbinen bestückt. Damit soll die Brücke bis zu 36 Millionen Kilowattstunden pro Jahr liefern und irgendwie sieht es sogar noch stylish aus.

Doch die Brücke kann noch mehr. Für den optimalen und ununterbrochenen Energieoutput wird in einem Hybridsystem auch noch Solarenergie gewonnen. Dafür sorgen in 26 Kilometer Straßenbelag mit eingelagerten Sonnenkollektoren, die als Solar Roadways in Amerika erfunden wurden. Diese profitieren natürlich ebenfalls von der Höhenlage und schlagen zusätzlich mit satten 11,2 Millionen Kilowattstunden im Jahr zu Buche. Insgesamt ergibt das eine Energiemenge mit der sich 15.000 Haushalte versorgen lassen und zwar komplett durch erneuerbare Energie.

Dieses Konzept fand auch die Jury der Online Competition des Solar Park South im italienischen Kalabrien derart überzeugend, dass die drei italischen Designer für Solar Wind prompt den zweiten Preis verliehen bekamen. Bei dem Wettbewerb wurden Ideen für die Nutzung eines zehn Kilometer langen stillgelegten Hochstraßen-Abschnittes gesucht.

Der einzige Punkt, den ich an Solar Wind etwas gewöhnungsbedürftig finde, ist die sogenannte „Grüne Promenade“. Gemeint sind damit mehrere Aussichtspunkte und solarbetriebene Gewächshäuser auf der Brücke, in denen Pflanzen und Gemüse gezüchtet werden. Diese sollen dann an Touristen verkauft werden. Ob direkt neben der Straße gewachsenes Grünzeug dann wirklich so eine gute Idee ist, wage ich zu bezweifeln, aber ich vermute ohnehin dass die zwei Saracinos und Colarossi damit nur (wie von den Wettbewerbsveranstaltern gewünscht) auch den Tourismus-Aspekt in ihr Brücken-Konzept aufnehmen wollten.

Das soll aber nicht von der Tatsache ablenken, dass Solar Wind eine wirklich tolle Idee ist und ich hoffe, dass sie in naher Zukunft auch irgendwo realisiert wird.

Matthias Schaffer

2 Bemerkungen

  • Hello Friends, mich würde bei diesem wunderbaren Projekt interessieren, ob, wann oder zu welchem Anteil gegenüber einer herkömmlichen Brückenbauweise dieses Konzept an Mehrkosten hat. UND inwiefern diese Brücke sich schneller armotisiert.! Wir haben bei Windenergie ca. 26 fache Energireausbeute auf die Lebenszeit (Wickipedia). Machen wir positive Anspeckte deutlich und SAGEN wir es IN ALLE WELT !!!
    Herzlichen Dank und Gottes Segen.

  • Hallo Herr Rückert,

    ich habe Ihre Fragen an die Architekten weiter gegeben und laut Francesco Colarossi wird momentan an genau an der Ausarbeitung derartiger Kennzahlen gearbeitet. In ein bis zwei Wochen sollten Antworten möglich sein.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Matthias Schaffer

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