Solar günstig wie nie

Energien aus regenerativen Quellen haben in den vergangen Jahren ein immer höheres Wachstum erfahren. Auch die Zukunft der Energieerzeugung ist innerhalb der erneuerbaren Energien zu suchen, fossile Energieträger werden so in absehbarer Zeit der Vergangenheit angehören. Das konstante Wachstum der „Erneuerbaren“ ist aber nicht zuletzt in den Maßnahmen zu finden, die die Bundesregierung für diese umweltfreundliche Art der Energieerzeugung bereit hält. 

Das ist zum Einen das Erneuerbare-Energie-Gesetzt (EEG), dessen Einspeisevergütung einen Anreiz schafft, verstärkt auf regeneartive Techniken bei der Strom- und Wärmeerzeugung zurückzugreifen, aber auch das Marktanreizprogramm Erneuerbare Energie (MAP) kommt umweltfreundlichen Bauherren bei der Entscheidung für Sonnenkollektoren, Pellet-Heizungen und Co. zu Gute.

Doch nicht alle Preisvorteile, die der Markt den erneuerbaren Energien offeriert, werden politisch angetrieben. Besonders im Solarsektor spielt der vordrängenden asiatische Markt eine große Rolle bei den immer günstiger werdenden Kosten für die heimische Stromerzeugung. Derzeit sind Photovoltaikanlagen so günstig wie noch nie, sehr zur Freude vieler Eigenheimbesitzer, die sich noch in diesem Jahr für eine eigene Anlage auf dem Dach entscheiden. Die staatliche Förderung (garantiert auf zwanzig Jahre) auf der einen und die unschlagbar niedrigen Anschaffungskosten auf der anderen Seite, schaffen reichlich Anreize.

Dabei ist zu bedenken, dass gute Solarmodule nicht mehr zwangsläufig das „made in Germany“ Kennzeichen verbindet. Viele deutsche Hersteller arbeiten bereits mit chinesichen Unternehmen zusammen und auch das Reich der Mitte schläft nicht, denn schon der TÜV hat mehr als 100 Firmen aus Asien mit dem begehrten Prüfsiegel ausgezeichnet. Das schlägt sich natürlich auch im Preis für Solarmodule nieder, bedenkt man nur einmal die niedrigen Lohnkosten in den asiatischen Ländern. Aber auch die Unabhängigkeit gegenüber den Siliziumpreisen (dem Hauptrohstoff für Solarmodule) macht die asiatischen Anbieter so unschlagbar günstig und sorgt dafür, dass bei den Branchengrößen wie Q-Cells die Lager überquellen. Immerhin sind die Preise für Solarmodule in den vergangenen Monaten um 30 Prozent gesunken, was die deutsche Solarbranche in eine unerwartete Krise stürzt. Nichtsdestotrotz kommt diese Krise den Käufern zugute, die, angesichts der hohen Renditeaussichten ihr Geld lieber in die eigene umweltfreundliche Stromerzeugung stecken.

Bleibt nur zu hoffen, dass zahlreiche Anleger noch in diesem Jahr investieren. Einen günstigeren Zeitpunkt für die Anschaffung einer Solaranlage ist kaum gegeben, denn die Marktlage wird sich sicherlich schnell wieder erholen und auch die Förderungen aus der Staatskasse sind nach den bevorstehenden Bundestagswahlen keineswegs mehr garantiert.

Judith Schomaker

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