Energiegewinnung aus Wasserkraft geplant

Serbische Flagge; Foto: shutterstock

Serbische und italienische Unternehmen wollen zwei große Vorhaben zur Nutzung der Wasserkraft für die Stromerzeugung in Serbien gemeinsam realisieren. Vereinbart worden ist die Errichtung mehrerer Wasserkraftwerke an den Flüssen Drina und Ibar. Die Investitionskosten werden auf mehr als eine Milliarde Euro geschätzt. Ein Teil des in Serbien erzeugten Stroms soll per Unterseekabel nach Italien exportiert werden.

Beteiligt an diesem Projekt sind der serbische Stromversorger Elektroprivreda Srbije (EPS) und das italienische Unternehmen Seci Energia (Maccaferri Group). Einen Vorvertrag dazu wurde Mitte Februar 2011 in Belgrad unterzeichnet. Die geplanten Wasserkraftwerke werden eine Leistung von 300 Megawatt haben. Der Bau der Anlagen wird 820 Millionen Euro kosten.

Serbisches und italienisches Unternehmen kooperieren

Ein weiteres gemeinsames Vorhaben hatten Seci Energia und EPS bereits im Sommer 2010 vereinbart. Geplant ist die Errichtung von zehn Wasserkraftwerken mit einer Leistung von insgesamt 103 Megawatt und einer erwarteten jährlichen Stromproduktion von 420 Millionen Kilowattstunden am Fluss Ibar. Die Investitionen werden auf 285 Millionen Euro beziffert. Das Projekt soll vom Gemeinschaftsunternehmen Ibarske hidroelekrane realisiert werden, an dem EPS 49 Prozent und Seci 51Prozent der Anteile halten werden.

Ebenfalls an dem Vorhaben beteiligt wird EPRS sein, der Stromkonzern der Republika Srpska (der serbischen Teilrepublik Bosnien und Herzegowinas). Im September 2010 hatten EPS und EPRS bereits ein Abkommen über die Zusammenarbeit bei der Erstellung einer technischen Dokumentation für den Bau von Wasserkraftwerken in Serbien. Das Abkommen sieht auch die gemeinsame Finanzierung von Machbarkeitsstudien und Umweltverträglichkeitsuntersuchungen vor.

Auch Bosnien und Herzegowina investiert in Serbien

Bisherigen Erkenntnissen zufolge gibt es an der Drina Kapazitäten für den Bau von Wasserkraftwerken mit einer installierten Leistung von 300 Megawatt und einer Erzeugungskapazität von 1.200 Gigawattstunden pro Jahr. Diese könnten an vier bis fünf Standorten errichtet werden, über die erst nach der Fertigstellung der Studien entschieden werden soll. Die Investitionskosten für das Vorhaben werden auf insgesamt 819 Millionen Euro geschätzt. Die Kraftwerke könnten 2016 ans Netz gehen.

Daniel Seemann

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