Schluss mit Kernkraft, mehr Erneuerbare

Schluss mit Atomkraft; Bild: shutterstock

Am 25. Mai 2011 hat die Schweizer Regierung einen historischen Schritt getan und den Ausstieg aus der Kernenergie bekannt gegeben. Dieser Schritt wird nicht von heute auf Morgen umzusetzen sein, denn fast 40 Prozent des Schweizer Stromverbrauchs werden durch Atomkraft abgedeckt. Daher wird es in den kommenden Monaten nun darum gehen, geeignete Investitionspläne zu entwerfen und zu entscheiden, wie die zukünftige Struktur der eidgenössischen Stromerzeugung im Einzelnen aussehen soll.

Fukushima und die Folgen

Bereits Ende März hatte der Schweizer Bundesrat angesichts der verheerenden Folgen der Nuklearkatastrophe von Fukushima das Umwelt- und Energieministerium damit beauftragt, eine Analyse der nationalen Energieinfrastruktur zu entwerfen. Als Ergebnis wurde empfohlen, die fünf bestehenden Kernkraftwerke in der Schweiz am Ende ihrer sicherheitstechnischen Betriebsdauer nicht durch Neue zu ersetzen. Dies bedeutet, dass das letzte Schweizer Atomkraftwerk im Jahr 2034 vom Netz gehen wird.

Diese Entscheidung bedeutet auch die Kompletterneuerung des Schweizer Energiesystems. Wo bisher noch bis Ende des Jahrzehnts zwei neue Kernkraftwerke gebaut werden sollten, muss jetzt der Ausbau erneuerbarer Energiequellen mit Hochdruck vorangetrieben werden. Derzeit besteht der Schweizer Strommix zu 56 Prozent aus Wasserkraft, während die Kernkraft rund 39 Prozent beisteuerte.

Von der Energiewende wird insbesondere die Photovoltaik profitieren. Sie wurde zwar bisher durch die sogenannte kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) gefördert, machte aber nur einige Prozent der Stromversorgung aus.

Auch fossile Stromproduktion soll ausgebaut werden

Als Übergangstechnologie soll laut Schweizer Regierung auch die fossile Stromproduktion ausgebaut werden, insbesondere die Kraft-Wärme-Kopplung und Gaskraftwerke. Auch Maßnahmen zur Energieeffizienz im Wohnungsbau sollen ihren Beitrag leisten. Begleitet werden sie von einem Ausbau des Stromübertragungs- und verteilungsnetzes und seinem Umbau zu einem „Smart Grid“.

Daniel Seemann

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