Windkraftboom hält an

Schwedische Flagge; Foto: shutterstock

Generell ist Schweden ein optimaler Standort für Windkraftanlagen, sowohl in geo- und topografischer Hinsicht. Darüber hinaus haben sich die politischen Rahmenbedingungen im Hinblick auf den Ausbau erneuerbarer Energien über die vergangenen Jahre kontinuierlich verbessert. Dies liegt unter anderem daran, dass sich die schwedische Regierung auf ambitionierte Klimaziele festgelegt hat: Bis zum Jahr 2020 sollen keine fossilen Brennstoffe mehr für die Erzeugung von Heizenergie verwendet werden, ab 2030 soll der schwedische Pkw-Fuhrpark durch erneuerbare Energien angetrieben werden und ab 2050 will das skandinavische Land eine neutrale CO2-Bilanz vorweisen können.

Ende 2009 waren in Schweden bereits zirka 1.400 Windkrafträder in Betrieb, die eine geschätzte Jahresleistung von 2,5 Terawattstunden erzeugten. Ende nächsten Jahres soll sich diese Zahl nach Angaben des Branchenverbandes Svensk Vindenergi bereits verdoppelt haben.

Gigantisches Windparkprojekt am Polarkreis

Um diese Ziele zu erreichen, setzt Schweden einerseits weiterhin auf Atomkraft. Andererseits soll Windkraft eine wichtige Rolle spielen. Einer der Windparks, die hierfür geplant sind, ist das im globalen Maßstab gigantische Projekt Markbygden in Nordschweden, das 2021 fertig gestellt werden soll. Insgesamt 1.101 Windkraftanlagen, die zusammen genommen 2.500 bis 4.000 Megawatt Leistung erzielen, sollen in der Nähe des Polarkreises aufgebaut werden und in etwa zehn bis zwölf Terawattstunden Windenergie erzeugen.

Finanziert wird das Projekt mit rund 7,9 Milliarden Euro, getragen von privaten Unternehmen aus Schweden. Das deutsche Windkraftunternehmen Enercon ist als Technologiepartner mit im Boot und hält 25 Prozent der Aktien an der Markbygden-Betreibergesellschaft.

Auch Offshore-Windparks sollen ausgebaut werden

Ein Problem für den Ausbau der Windkraft in Schweden bleibt weiterhin das schwedische Stromzertifikatssystem und die Strompreisschwankungen, die für den Betreiber ein erhöhtes Risiko bedeuten. Insbesondere kleine und mittelständische Firmen bekommen dadurch Finanzierungsschwierigkeiten, weil die Abhängigkeit von großen Energiekonzernen als Abnehmer der Windenergie steigt.

Auch Offshore-Windparks sollen bei der Erreichung der Klimaziele eine Rolle spielen. Bisher sind Offshore-Anlagen nach aktueller Schätzung für 6,4 Terawattstunden eingespeisten Strom im schwedischen Netz verantwortlich. Die schwedische Regierung plant, diese Zahl bis 2020 auf etwa zehn Terawattstunden zu erhöhen.

Daniel Seemann

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