Schuld sind nicht nur die Erneuerbaren

Erneuerbare Energien

Dass die EEG-Umlage im kommenden Jahr steigen wird, ist längst kein Geheimnis mehr. Eine neue Studie zeigt aber, dass der Ausbau der Erneuerbaren nicht alleine schuld daran ist.

Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) hat die einzelnen Faktoren, die zu einem Anstieg der EEG-Umlage führen werden, analysiert und eigene Berechnungen über die voraussichtliche Höhe der EEG-Umlage für 2013 angestellt. Laut BEE zeigt sich, dass entgegen aktueller Medienberichte und politischen Bekundungen der Ausbau der erneuerbaren Energien nur bedingt dafür verantwortlich zeichnet.

Förderkosten für Erneuerbare steigen nur leicht

Nach aktuellen Berechnungen des BEE steigt die EEG-Umlage von heute 3,592 Cent pro Kilowattstunde um 1,62 Cent auf bis zu 5,21 Cent pro Kilowattstunde verbrauchtem Strom im Jahr 2013. Die in der Umlage enthaltenen Förderkosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien steigen demgegenüber nur von 2,07 Cent um 0,19 Cent auf 2,26 Cent pro Kilowattstunde Strom. Das zeige laut der Studie, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht hauptverantwortlich für den Anstieg der EEG-Umlage sei.

Neben dem also eher moderaten Anstieg der Förderkosten sind laut BEE für den starken Anstieg der EEG-Umlage im kommenden Jahr im Wesentlichen andere Faktoren verantwortlich, die – wenn überhaupt – nur indirekt mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien an sich in Verbindung stehen. Die zunehmende Befreiung von Industriebetrieben von der EEG-Umlage spielt hierbei eine wesentliche Rolle.

Bürger zahlt, Industrie nicht

Die Bundesregierung hat mit ihrer Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes zum Anfang dieses Jahres die Befreiung der Industriebetriebe von der EEG-Umlage noch einmal erheblich ausgeweitet. In der Folge steigt die Umlage 2013 gegenüber 2012 noch einmal um weitere 0,33 Cent pro Kilowattstunde an. Der Anteil für die Industrieförderung an der EEG-Umlage 2013 beträgt damit insgesamt 1,29 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde Strom. Die Kosten der Industrieförderung erhöhen sich gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent.

Auf diese Weise werden Unternehmen in Deutschland im kommenden Jahr insgesamt um voraussichtlich 4,7 Milliarden Euro entlastet. Der Beitrag der Industrie zum Umbau der Energieversorgung schrumpft also auf Kosten der übrigen Stromverbraucher weiter zusammen. Laut BEE ist es also keineswegs der Zubau neuer regenerativer Kraftwerke, der in erster Linie zu einem Anstieg der EEG-Umlage führt. Einer der maßgeblichen Faktoren sei eher in der Ausnahmeregelung für stromintensive Unternehmen zu sehen.

Daniel Seemann

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