Photovoltaikmarkt bricht 2013 ein

PV-Anlage

Einer aktuellen Studie zur Folge wird in diesem Jahr nur rund halb so viel Photovoltaikleistung installiert wie 2012. Die Anlagenbetreiber rüsten sich dagegen.

Die Analysten von EuPD Research haben für das Jahr 2013 einen Ausblick auf die Marktentwicklung im Bereich Photovoltaik (PV) in Deutschland gewagt. Nach Gesprächen mit Entscheidern geht Chef-Analyst Markus Lohr davon aus, dass in diesem Jahr nur 3,9 Gigawatt PV-Leistung neu installiert werden. Im Vergleich zum Jahr 2012 wäre dies ein deutlicher Rückgang um rund 49 Prozent (Zubau 2012: 7,6 Gigawatt).

Preisdruck erreicht Installateure

Die PV-Modul- und -Systempreise werden nach Ansicht der Analysten in diesem Jahr weiter sinken, was für die Hersteller zu einem weiter verschärften Wettbewerb führen dürfte. Zudem gehen die Experten davon aus, dass aufgrund des geringeren Zubaus vor allem in der zweiten Jahreshälfte viele Installationsunternehmen aus dem Markt ausscheiden werden. Dies betreffe in erster Linie auf PV-Installationen spezialisierte Firmen. So würden aktuelle Studien zeigen, dass bereits 40 Prozent aller PV-Installteure nach weiteren Standbeinen suchen, um eine abflauende Marktsituation auffangen zu können.

Ein weiterer Grund für die Entwicklung könnte in den aktuellen Reformvorschlägen zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu finden sein, die auch Kürzungen im EEG-Anlagenbestand vorsehen. Weil es deren Betreibern bisher an einer schlagkräftigen Lobbygruppe fehlt, die sich für ihre Belange einsetzt, hat sich jetzt der Deutsche Solarbetreiber Club e.V. (DSC) gegründet. Hinter der Initiative stehen rund ein Dutzend namhafte Personen aus der Erneuerbare-Energien-Szene. Zu den Gründungsmitgliedern gehören unter anderem Karl-Heinz Remmers, Vorstand der Solarpraxis AG, und Q-Cells-Mitgründer Paul Grunow.

„Bürger haben Milliarden investiert“

In der Pressemitteilung zu Gründung der neuen Interessensvertretung heißt es, dass bereits rund 1,3 Millionen Photovoltaikanlagen in Deutschland Solarstrom ernten. In diese Anlagen hätten überwiegend private Bürgerinnen und Bürger „weit über 100 Milliarden Euro investiert“, so der Club. Vor allem die sich ständig ändernde Rechtslage um das EEG und die starke Verunsicherung der Bürger durch die aktuelle politische Diskussion hätten die Gründer zum Handeln gedrängt, teilt der neue Club mit. Der Club soll die Betreiber vor Risiken schützen, die durch den Betrieb der Anlagen entstehen.

Nach den Mitte Februar von Umweltminister Peter Altmaier (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) vorgelegten Plänen zur EEG-Reform soll auch die Vergütung für bestehende Wind-, Solar- und Bioenergieanlagen gekappt werden. Bei den Bestandsanlagen ist dabei eine auf ein Jahr befristete Kürzung der EEG-Vergütung um 1,5 Prozent vorgesehen. Dieser Einschnitt würde alle Anlagen betreffen, die vor August 2013 in Betrieb genommen wurden. Vertreter von Bund und Ländern wollen bis März 2013 in einer Arbeitsgruppe einen konsensfähigen Kompromiss finden. 

Daniel Seemann

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