Photovoltaik in Naturreservat erleichtert Auswilderungsprojekt

Weißer Löwe; Foto: kabir (morgueFile)

Alles begann mit einer Safari nahe des Krüger Nationalparks in Südafrika. Der Landrover, in dem sich Linda Tucker befand, gab durch das Brechen der Lenksäule seinen Geist auf. Unvermittelt dienten die Insassen als Anschauungsobjekt für die eingetroffenen Löwen und nicht umgekehrt. Der Umstand, dass die Tiere friedlich gestimmt waren und die Touristen den Rückweg zu Fuß antreten konnten, ließ das damalige Mannequin Tucker ihr Leben überdenken. Sie kehrte zu ihren südafrikanischen Wurzeln zurück und widmet sich heute der Wiederansiedlung weißer Löwen. Im Jahre 1994 wurde das letzte Tier mit diesen Merkmalen in freier Wildbahn gesichtet. Die genetische Besonderheit ist dem weißen Löwen zum Verhängnis geworden. Denn bei Wilderern ist das helle Fell äußerst begehrt. Zudem beschränkte sich das Siedlungsgebiet auf das Wildreservat Timbavati in Südafrika.

Im Jahre 2003 gründete Linda Tucker zusammen mit Jason Turner den „Global White Lion Protection Trust“. Heute gehören mehr als 1.000 Hektar zur Schutzzone in Timbavati. Die Mitarbeiter errichteten mit Hilfe einer heimischen, nachhaltigen Baufirma eine Art Ökodorf im Reservat. Verwendete Bausubstanzen sind wieder verwertbar. Das System von Recycling, Wasser- und Nahrungsversorgung ermöglicht den Beschäftigten der Schutzzone sowie deren Familien eine weitmögliche Selbstversorgung.

Dank der Deutschen Umwelthilfe trifft dies seit März 2010 auch auf die Energieversorgung zu. In Kooperation mit der Juwi GmbH und dem Modulhersteller First Solar ließ der Verein eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 1,2 Kilowatt errichten. Die Firma First Solar steuerte 20 Solarmodule bei. Durch die Installation der Photovoltaikanlage können alle Bewohner des Dorfes mit Strom versorgt werden. Auch des Nachts ist Elektrizität verfügbar, denn Batterien speichern die überschüssige Energie. Mit der Anlage konnte die Infrastruktur also um einiges verbessert werden. Zudem dient die Errichtung als Vorzeigeprojekt für eine dezentrale Energieversorgung in Dörfern.

Die Symbolkraft der Photovoltaikanlage inmitten des Reservats ist aber auch dem weißen Löwen zu verdanken: Die Einheimischen vergleichen ihn sinnbildlich mit der Sonne.

Jenny Lohse

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