Öl ist die Zukunft im Klimaschutz – als Wärmeträgermedium in thermischen Solarkraftwerken

In Deutschland wird Strom aus Sonnenenergie praktisch ausschließlich mit Photovoltaikanlagen generiert. 2008 lag der Anteil am Bruttostromverbrauch bei etwa 0,6 Prozent. Für die europäische und weltweite Perspektive gibt es allerdings weitaus größere Potentiale für die Stromerzeugung durch Sonnenenergie.

Während Photovoltaikmodule als dezentrale Erzeugungstechnik mittlerweile auf vielen Dächern zu finden sind, rückt für Großanlagen zur Stromerzeugung eine andere Technik in den Vordergrund. Die Rede ist von Solarwärmekraftwerken auf Basis der so genannten Concentrated Solar Power-Technologie (CSP). So wird beispielsweise bei der Parabolrinnen-Technologie Sonnenstrahlung über Parabolspiegel auf so genannte Receiver konzentriert, um das in ihnen enthaltene Wärmeträgeröl zu erhitzen. Das heiße Öl erzeugt über einen Wärmetauscher Dampf, welcher letztendlich eine herkömmliche Dampfturbine antreibt. Natürlich gibt es auch bei dieser Technologie noch Verbesserungspotential. Die Firma Schott Solar hat einen neuen Receiver entwickelt, der die Effizienz von Solarkraftwerken noch einmal deutlich steigert. Für diese Innovation war das Unternehmen für den Clean Tech Media Award 2009 nominiert.

Um die CSP-Technik effizient nutzen zu können, ist allerdings eine gewisse Grundeinstrahlung der Sonne notwendig. Daher kommt Deutschland als Standort kaum in Betracht. In Europa bieten sich die südliche Regionen wie Spanien, Portugal und Italien an. In Spanien wird auch gerade der mit 150 Megawatt größte Komplex namens Andasol gebaut. Das erste der insgesamt drei Kraftwerke, die sich jeweils auf zirka zwei Quadratkilometern erstrecken, wurde am 1. Juli offiziell eingeweiht. Entwickelt wurde das Kraftwerk vom Erlangener Unternehmen Solar Millennium.

Da die Sonneneinstrahlung weiter südlich noch stärker ist, könnten Solarwärmekraftwerke im nördlichen Afrika und im mittleren Osten ihr Potenzial vollends entfalten. Daher ist die Technologie prädestiniert für die großflächige Anwendung im so genannten Desertec-Projekt, bei dem in diesen Regionen großflächig Solarstrom für den EUMENA-Raum (Europe, Middle East, North Africa) erzeugt werden soll. Auf jeden Fall hat die Technik das Potenzial, einen erheblichen Anteil am zukünftigen CO2-freien Strommix zu tragen. Laut einer aktuellen Studie von Greenpeace könnte mit diesem und ähnlichen Projekten im Jahr 2050 ein Viertel des weltweiten Stromverbrauchs gedeckt werden.

Oliver Hölzinger

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