Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee

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Im April wurde der weltweit erste Hochsee-Windpark 45 Kilometer nördlich der Nordseeinsel Borkum offiziell in Betrieb genommen. Alpha Ventus trat damit seinen Dienst nach mehrmonatiger Verzögerung endlich an und soll bis zum Jahr 2030 mit zwölf Windkraftanlagen eine Leistung von 25.000 Megawatt auf See erzeugten Windstroms bringen. Ein Pilotprojekt, aus dessen Betrieb gewonnene Erfahrungen zukünftig weiteren Offshore-Windparks dienlich sein soll.

Insgesamt sind allein in Nord- und Ostsee bereits 29 Windparks genehmigt, 1.894 einzelne Windräder können somit im technologisch anspruchsvollen Offshore-Bereich errichtet werden. Zwei dieser Windparks befinden sich bereits im Bau. Der Bard Offshore 1, ebenfalls in der Nordsee, 89 Kilometer nordwestlich von Borkum und Baltic 1, der erste Windpark vor der deutschen Ostseeküste, etwa 16 Kilometer vor der Mecklenburg-Vorpommerschen Küste.

Bard Offshore 1
Auf einer Fläche von 59 Quadratkilometern sollen 80 einzelne Windkraftanlagen mit einer jeweiligen Leistung von fünf Megawatt jährlich 1,6 Milliarden Kilowattstunden Strom produzieren. Das reicht für etwa 400.000 Mehrfamilienhaushalte. Mit dem Bau wurde im März 2010 begonnen, Fertigstellung des Projekts ist für Mitte 2011 angedacht, wobei schon im Frühsommer 2010 die ersten Anlagen ans Netz gehen sollen. Wie schon beim Vorreiter Alpha Ventus 1 verläuft die Netzanbindung über die Insel Norderney, allerdings kommt beim Bard Offshore 1 die bislang längste Hochspannungsgleichstromverbindung zum Einsatz.

Baltic 1
Nur neun Quadratkilometer Fläche in Form eines Dreiecks werden für die Errichtung der 21 Windräder des ersten Ostseewindparks benötigt. Die symbolische Grundsteinlegung erfolgte am 6. Mai diesen Jahres, Inbetriebnahme der einzelnen Windkraftanlagen mit einer Leistung von jeweils 2,3 Megawatt ist für Ende 2010 geplant. 180 Millionen Kilowattstunden Strom können dann erzeugt werden und mehr als 50.000 Haushalte mit Strom versorgen.

In der Umweltdebatte spielt das Thema Offshore-Windparks eine zunehmende Rolle und auch die Stimmen zahlreicher Umweltschützer betrachten die Meeres-Windparks als riskantes und zu wenig geprüftes Unterfangen. Sie befürchten negative Auswirkungen auf die Meeressäuger und eine potenzielle Gefahrenquelle für Zugvögel. Insgesamt stuft die deutsche Windindustrie ihre internationalen Marktchancen jedoch als sehr gut ein und sehen im Ausbau der Offshore-Windparks ein zentrales Instrument für die zukünftige Energieversorgung.

Judith Schomaker

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