Off-grid made in Africa

Photovoltaikanlage

Das internationale Programm ‚Lighting Africa‘ kann eine positive Zwischenbilanz ziehen: In den letzten drei Jahren konnten dank der Initiative über vier Millionen Menschen in Afrika mit netzunabhängigem Licht versorgt werden. Damit wurde das Ziel von 2,5 Millionen Menschen weit übertroffen.

Mit einem einzelnen Solarmodul kann neben dem Betrieb der Beleuchtung auch das Mobiltelefon aufgeladen werden. Beides hat einen großen Einfluss auf das Leben der Menschen fernab vom Stromnetz.

Markt für Off-grid-Solaranlagen in Afrika wächst

Die Installierung netzunabhängiger Solaranlagen in Afrika steigt jährlich um etwa zehn Prozent. Dass Off-grid eine sinnvolle Lösung darstellt, liegt an der hohen Sonneneinstrahlung und dem unzureichenden Netzanschluss Afrikas. Mit der energetischen Versorgung wird zudem die ökonomische Entwicklung vor Ort gestärkt.

Allerdings haben die Solarmodule einen größeren Einfluss auf die Wirtschaft Afrikas, wenn sie auch dort produziert werden. Der Kontinent importiert zwar die Mehrzahl an Solarpanelen, doch einige Unternehmen versuchen sich im Aufbau von Fabriken in Afrika, die Solarprodukte herstellen. Ein Unternehmen in Mosambik fertigt seit April dieses Jahres Photovoltaikmodule. Indien liefert die montagefertigen Solarzellen, die in Maputo zusammen gesetzt werden.

Solarmodulfabrik in Kenia geht mit gutem Beispiel voran

Auch in der kenianischen Stadt Naivasha existiert seit September letzten Jahres eine Solarmodulfabrik, der erste Betrieb dieser Art in Ost- und Zentralafrika. Ein Bedarf für Photovoltaikanlagen ist in dieser Gegend vorhanden: Beinahe 98 Prozent der ländlichen Bevölkerung Kenias haben keinen Anschluss zur öffentlichen Stromversorgung.

Obgleich der Preis der importieren Solarmodule sinkt – mit einem regionalen Produkt können viele Einwohner sich eher anfreunden. Die niederländische Firma Ubbink baute das Werk zusammen mit dem kenianischen Unternehmen Chloride Exide auf. Die Leistung der Photovoltaikmodule liegt zwischen 13 und 120 Watt, wobei vor allem 20 bis 60 Watt von Selbstversorgern nachgefragt wreden. Denn das Einspeisen ins Netz hat trotz der Einspeisevergütung Kenias keinen Vorrang. Aus diesem Grund bietet die Firma auch Produkte mit weniger Leistung, wie Ladegeräte für LED-Leuchten und für Mobiltelefone, an.

Weiterverwertung beschädigter Solarzellen

Doch wie im Betrieb von Mosambik werden die Solarzellen in Übersee produziert. In diesem Fall handelt es sich um beschädigte Solarzellen aus einer Fabrik in den Niederlanden. Diese werden in Naivasha mit dem Laser oder per Hand auseinander geschnitten, um kleinere Einheiten zu erhalten. Für den Rahmen und die Abdeckschicht werden Maschinen eingesetzt. Da der Betrieb diesen Frühling mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet wurde, müssen nur noch zwei Maschinen mit dem Stromnetz betrieben werden. Das Unternehmen nimmt sich die Verdopplung des Solarmarktes in Ostafrika innerhalb von vier Jahren vor.

Auch die Mission von ‚Lighting Africa‘ ist noch nicht am Ende: Bis zum Jahr 2030 sollen insgesamt 250 Millionen Menschen in Afrika eine moderne, netzunabhängige Lichtquelle zur Verfügung gestellt bekommen. Für 600 Millionen Menschen, die auf dem Kontinent ohne einen verlässlichen Zugang zur Elektrizität auskommen müssen, sind die Projekte mehr als nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Jenny Lohse

Add comment

Über das CleanEnergy Project

Das CleanEnergy Project ist ein non-profit Online-Magazin für alle Menschen auf der Suche nach mehr Nachhaltigkeit.

Das Team von CleanEnergy Project will Gestalter und nicht nur Zuschauer unserer Zeit sein.

Wir heißen alle willkommen, die sich uns als Autoren unserer Zeit anschließen möchten und bieten dafür unsere Plattform, das CleanEnergy Project.