Ökostrom wird weiter teurer

Strompreise steigen
Strompreise steigen

Die Energiewende wird noch teurer für Stromkunden. Auch im kommenden Jahr wird der Preis für die sogenannte Ökostromumlage steigen. Die vier Übertragungsnetzbetreiber gaben Freitag bekannt, dass 2017 die Umlage mit 6,88 Cent pro Kilowattstunde berechnet wird, ein Preisanstieg von immerhin fast zehn Prozent. Damit wird der Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert.

Einem durchschnittlicher Haushalt, mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden im Jahr, entstehen durch die abermalige Erhöhung der Umlage Mehrkosten von beinahe 20 Euro. Insgesamt muss ein solcher Haushalt etwa 240 Euro jährlich zahlen.

Die Energieversorger reichen die Ökostromumlage – besser als EEG-Umlage bekannt – an den Verbraucher weiter. Letztlich landet sie auf der Stromrechnung.

Ursprünglich eingeführt wurde sie, um den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern, insbesondere Wind- und Solarkraft. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz sichert Anlagenbetreibern eine festgeschriebene Vergütung zu. Die Kosten trägt der Verbraucher. Viele Unternehmen mit besonders hohem Energiebedarf hingegen erhalten Vergünstigungen.

Die EEG-Umlage macht bereits beinahe ein Viertel des durchschnittlichen Strompreises von 28,73 Cent pro Kilowattstunde aus. Es ist der höchste Wert seit ihrer Einführung im Jahr 2000. Mit Ausnahme einer Senkung im Jahre 2015, wurde sie kontinuierlich teurer. Obwohl gerade in den letzten Jahren Elektrizität an der Börse eher günstig gehandelt wird.

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Aber genau das ist problematisch. Den Betreibern von Anlagen zur Produktion von Ökostrom, also Wind- oder Solarkraft sowie Biogasanlagen, werden Vergünstigungen zugesagt. Diese sind allerdings meist deutlich höher als der eigentliche Wert des Stroms an der Börse. Je größer die Differenz zwischen Börsenpreis und zugesagter Vergütung, desto teurer wird es am Ende für den Verbraucher auf der Strompreisabrechnung.

Zwar gilt der schnelle Ausbau der Erneuerbaren Energien als Erfolg für die Energiewende. Doch inzwischen versucht die Bundesregierung zu bremsen, die entstehenden Kosten für den Bau der Anlagen müssten gesenkt werden. Die Förderung von Ökostrom wird ab 2017 umgestellt. Begründet durch eine, von den Grünen durchgesetzte, Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Demnach erhalten Betreiber großer Solaranlagen oder Windparks ab nächstem Jahr keine fixe Vergütung mehr. Stattdessen werden Projekte ausgeschrieben. Zuschlag erhält derjenige, der die geringsten Subventionen verlangt.

Quellen: IW Köln

Spiegel

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