Nordlink Norwegische Stauseen als Batterie für Europa

Nordlink - Norwegen und Deutschland beginnen mit Nordpink Austausch erneuerbarer Energien
Energieaustausch über Nordlink: Deutscher Wind gegen Norwegens Wasser.

Die Versorgungssicherheit ist eines der Hauptprobleme der europäischen Energiewende. Mit dem „grünen Kabel“ Nordlink präsentierten Norwegen und die Bundesrepublik vergangenes Jahr einen hervorragenden Lösungsansatz. Nordlink ist der erste sogenannte Interkonnektor, der die Energiemärkte Norwegens und Deutschlands direkt miteinander verbindet. Seit Anfang August werden die Kabel mit einer Gesamtlänge von über 600 Kilometern in der Nordsee verlegt. 2019 soll Nordlink in den Probebetrieb gehen, für das Jahr 2020 ist die Fertigstellung geplant.

Nordlink soll einen Meilenstein bei der Realisierung der europäischen Energiewende darstellen. Das Projekt schafft eine Verbindung der Energienetze Norwegens und Deutschlands. Sollte es in Deutschland zu Energieengpässen kommen, können diese durch die gespeicherte Energie aus norwegischen Wasserkraftwerken aufgefangen werden. Im Gegenzug kann Norwegen deutsche Windenergie zugeführt werden. Dieser Interkonnektor generiert ganz neue Möglichkeiten zum Austausch erneuerbarer Energien. Auch leistet er einen erheblichen Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen und zum Erreichen der Klimaziele.

Realisiert wird das Projekt durch ein internationales Konsortium. Zu jeweils 50 Prozent sind an Nordlink der norwegische Übertragungsnetzbetreiber Statnett sowie die DC Nordseekabel GmbH & Co KG beteiligt. An letzterer halten der niederländische Konzern TenneT sowie die deutsche KfW jeweils die Hälfte der Anteile. Als Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung wird Nordlink zwischen Tonstad in Norwegen und Wilster in Schleswig-Holstein verlaufen. Der Vorteil dieser Technik ist, dass es dabei weniger Verluste gibt und eine größere Strommenge übertragen werden kann. Mit über 500 Kilometern liegt dabei der größte Teil der Kabel in der Nordsee vergraben.

Gemeinsam haben die Kabel eine Kapazität von 1.400 Megawatt. Damit könnten sie fast das größte deutsche Atomkraftwerk Isar II ersetzen. Nach Plan der Betreiber soll überschüssiger Strom aus deutschen Windkraftanlagen nach Norwegen fließen und dortige Privathaushalte versorgen. Die Talsperren im hohen Norden des Landes könnten dann eine Pause einlegen. Sollte es in Deutschland wiederum an Energie mangeln, wird der durch die Talsperren produzierte Strom nach Deutschland abgegeben. Hierzulande werden dadurch immerhin 3,6 Millionen Haushalte versorgt.

Der Investitionsumfang wird auf 1,5 bis zwei Milliarden Euro beziffert. Die Verleihung des Status als „Projekt von gemeinsamen Interesse“ durch die Europäische Union, nach den neuen Leitlinien für die transeuropäische Energie-Infrastruktur, macht die hohe volks- wie energiewirtschaftliche Bedeutung des Projekts auf europäischer Ebene deutlich.

Seit Beginn der Verlegung Anfang August liegen bereits über 100 Kilometer Kabel in der Nordsee. In Deutschland werden die Schiffe 2018 beginnen. Auf hoher See sollen die Kabelstränge aus Norwegen und der Bundesrepublik dann verbunden werden.

Quelle: TenneT