Neue PV-Abschaltung sorgt für mehr Sicherheit bei Bränden

Systemverkabelung PV-Anlage mit PFA; Bild: WeyPV

Bei Photovoltaikanlagen entstehen zwischen den Solarmodulen und Wechselrichtern hohe Gleichstromspannungen von bis zu 900 Volt und mehr. Da bereits ab einer Gleichspannung von 120 Volt bei Kontakt für den Menschen Lebensgefahr besteht, stellen auf Gebäudedächern installierte Solarstromanlagen im Brandfall für die Feuerwehrleute ein erhebliches Risiko dar. Denn auch die Betätigung des DC-Schalters (Gleichstrom-Freischaltstelle) vor dem Wechselrichter, der seit Juni 2006 für Photovoltaikanlagen vorgeschrieben ist, kann die Solarstromanlage im Brandfall nicht komplett spannungsfrei schalten.

Um ihre Mitarbeiter zu schützen, behalf sich die Feuerwehr bisher mit diversen Merkblättern mit Handlungsempfehlungen für Einsätze an Photovoltaikanlagen. Im September 2010 wurde dann erstmals ein einheitlicher Leitfaden für das gesamte Bundesgebiet vorgestellt, der mehr Klarheit brachte. Aber auch im technischen Bereich hat sich etwas getan. So bringt die Firma WeyPV aus Hof im Westerwald nun eine Abschaltung für PV-Anlagen auf den Markt, die für mehr Sicherheit für Feuerwehrleute bei der Brandbekämpfung von Gebäuden mit Photovoltaikanlagen sorgen soll.

Konkret handelt es sich bei der „Photovoltaik-Feuerwehr-Abschaltung“ (kurz PFA) um eine anschlussfertige und kompakte Box, die optional auch mit integriertem Überspannungsschutz erhältlich ist. Die PFA wird nach den Solarmodulen direkt unterhalb des Dachs installiert, um die Leitungen der Photovoltaikanlage zum Wechselrichter im Brandfall durch die Betätigung eines Not-Aus-Schalters spannungslos zu schalten. Somit kann, laut Hersteller, keine Gefahr mehr von stromführenden Leitungen ausgehen, und die Feuerwehren können den Löschvorgang einleiten, ohne einer Gefahr ausgesetzt zu sein.

„Die PFA wird in unmittelbarer Nähe der Solarmodule installiert, damit die Leitungen von den PV-Modulen bis zur PFA so kurz wie möglich sind. Die PFA kann von jedem Elektrofachbetrieb ohne großen Aufwand installiert und in Betrieb genommen werden, auch nachträglich, bei bereits bestehenden Photovoltaikanlagen“, erklärt Markus Weyel, Geschäftsführer WeyPV.

Der Not-Aus-Schalter, der mit der PFA-Zentralbox direkt verbunden wird, kann an jeden beliebigen Ort im oder am Gebäude montiert werden, sodass dieser jederzeit von autorisierten Personen erreicht werden kann. Mit der Betätigung des Not-Aus-Schalters können Photovoltaikanlagen, auch zu Wartungszwecken, spannungsfrei geschalten werden. WeyPV bietet verschiedene Versionen von Not-Aus-Schaltern an. Eine Version ist beispielsweise mit einer Glasscheibe gegen unbefugtes Betätigen ausgerüstet. Neben dem Not-Aus-Schalter befindet sich eine Leuchte, die den ein- oder ausgeschalteten Zustand der Box signalisiert.

Eine automatische Aktivierung der Photovoltaik-Feuerwehr-Abschaltung im Brandfall ist zwar leider nicht gegeben, aber die Entwicklung geht immerhin in die richtige Richtung.

Corinna Lang

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