Ausbau erneuerbarer Energien schreitet voran

Mexiko; Bild: shutterstock

Erneuerbare Energien in Mexiko werden mehr und mehr zum Wachstumsmotor. Vor allen Dingen im Bereich Windenergie ist das natürliche Umfeld für die Installation der entsprechenden Technik günstig, die wiederum preiswert produziert werden kann. Einzig die Kapazitäten für die Durchleitung der erzeugten Windenergie sowie ungeklärte Konflikte um Landrechte stellen diesbezüglich noch ein Hindernis dar.

Auch der Biomasse-Sektor entwickelt sich viel versprechend. Die Solarenergie hat aufgrund der höheren Kosten gegenüber der Windenergie in der Energiepolitik der mexikanischen Regierung laut dem Ministerium für Energie keinen hohen Stellenwert, staatliche Förderung dafür gibt es nicht.

Keine Einspeisevergütung, aber Mindestabnahmepreis

Mexiko verfügt zwar noch nicht über eine Einspeisevergütung wie hierzulande. Jedoch garantiert der mexikanische Strommonopolist CFE (Comisión Federal de Electricidad) für eigens ausgeschriebene Projekte einen Mindestabnahmepreis. Dadurch können sich die Entwicklerfirmen, die gleichzeitig unabhängige Stromproduzenten sind, für die Dauer der Projekte auf einen festen Abnahmepreis verlassen.

Selbstversorgern ist es darüber hinaus gestattet, allein oder zusammen mit weiteren Unternehmen Stromkapazitäten aufzubauen. Diesen Strom speisen sie in das CFE-Netz ein und können ihn zu einem späteren Zeitpunkt wieder beziehen. Dadurch sichern sich die Unternehmen trotz der bei Windkraft unregelmäßigen Stromerzeugung die Möglichkeit, die eigene Stromversorgung konstant zu sichern.

Atomenergie immer noch „saubere“ Energie

Die Strompreise für mexikanische Unternehmen sind relativ hoch, weshalb immer mehr Firmen nach Möglichkeiten der Selbstversorgung suchen. Der damit erzeugte Strom wird oftmals an Kyoto-Emissionszertifikate gekoppelt, um einen Zusatzverdienst zu erzielen.

Die mexikanische Regierung will bis zum Jahr 2025 den Anteil der erneuerbaren Energiequellen an der Stromerzeugung im Land auf 35 Prozent erhöhen. Dabei werden als mögliche Energiequellen neben den „klassischen“ Erneuerbaren wie Photovoltaik oder Windenergie auch die Kernenergie mit einbezogen, die zusammen mit vielen Großwasserkraftwerken im Land nach Angaben des Energieministeriums schon 2010 etwa 27 Prozent der Stromkapazitäten des Landes erzeugen.

Daniel Seemann

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