Leistungsschwund bei Solarzellen

PV-Installation; Foto: shutterstock

Sie trägt das nette Wort Degeneration. Doch so nett sich das auch anhören mag, kommt sie ins Spiel, schmälert das den Gewinn. Denn als Degeneration wird die Problematik bezeichnet, welche die funktionelle Abweichung von der Norm bei Photovoltaikmodulen beschreibt. Und jeder Leistungsverlust bedeutet auch gleichzeitig einen Ertragsverlust.

Viele Faktoren beeinflussen den Ertrag einer PV-Anlage und können sich negativ auf ihn auswirken. Zum einen ist das die „natürliche“ Degeneration, die im Laufe eines Modullebens kaum vermeidbar ist. Das Alter bringt eben auch bei PV-Anlagen so ihre Einschränkungen mit sich und die zeigen sich vor allem im kristallinen Bereich mit fortschreitender Betriebsdauer.

Im Dünnschichtbereich fängt es mit dem Leistungsverlust dagegen schon bei der ersten Inbetriebnahme an. Auf der anderen Seite sind da die allgemeinen, durchaus vermeidbaren Ertragsverluste, die der Anlage zu Leibe rücken können und sehr zum Ärgernis des Betreibers sind. Hierzu zählen etwa defekte beziehungsweise lockere Kontakte, Korrosion, so genannte Hot Spots, Verschmutzung, Glasbruch durch Montagefehler, Verschattung oder Ausfall eines oder mehrerer Wechselrichter. Ärgerlich vor allem deshalb, weil die Problematik oftmals erst durch die jährliche Abrechnung des Energieversorgungsunternehmens aufgedeckt wird. Um so wichtiger ist es für den Anlagenbetreiber, Unregelmäßigkeiten im Betrieb seiner PV-Anlage schnell erkennen und entsprechend handeln zu können.

Möglichkeiten zur Anlagenüberwachung gibt es dabei zahlreiche. Sie reichen vom täglichen Ablesen der Zählerstände und entsprechendem manuellen vergleichen mit Referenzwerten, wie sie im Internet innerhalb von teils kostenlosen Ertragsdatenbanken zur Verfügung stehen, bis hin zur professionellen, vollautomatischen Anlagenüberwachung per EDV über so genannte Datenlogger. Die Kosten für eine automatische Überwachung richten sich dabei nach den Ansprüchen des Anlagenbetreibers und auch nach der Größe der zu überwachenden Anlage. Von wenigen Hundert Euro bis in die Tausender sind hier Überwachungsvariationen für jeden Geldbeutel dabei und können nicht zuletzt bares Geld bringen. Unentdeckte Leistungsverluste werden schnell erkannt und mit den entsprechenden Maßnahmen behoben, bevor die Abrechnung zu sehr geschmälert wird.

Judith Schomaker

1 Kommentar

  • Wichtig zu wissen wäre hier was man unter “normaler” Degeneration versteht, und ab wann es sich möglicherweise um einen Garantiefall handelt. Ich habe von Fällen gehört, in denen die Leistung der Module um bis zu 40% nachgelassen hat. Der Betroffenen hatte allerdings enorme Schwierigkeiten, von der Solarfirma Ersatzmodule zu erhalten. Erst durch die Einschaltung eines Fernsehsenders hatte er am Ende wohl Erfolg. Ein Richtwert wäre hier also sehr interessant zu wissen, können doch im Schadensfall erhebliche Kosten für den Besitzer der Anlage entstehen.