Leben ohne Öl

Die südenglische Stadt Totnes hat sich zu einem einzigartigen städtischen Modellversuch verpflichtet: einem Leben ohne Öl. Bis 2030 wollen die Bewohner der Stadt die vollständige Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern erreichen. Öl und Kohle sollen so schnell wie möglich durch erneuerbare Energien wie Wind, Sonne und Wasser ersetzt werden. Zudem sollen Lebensmittel weitestgehend vor Ort produziert und die Stadt dadurch autark werden. Ziel ist es, eine Wirtschaft aufzubauen, die auf lokalen Kreisläufen beruht und nicht von Importen abhängig ist. Im Jahr 2006 wurde die Stadt zur ‚Transition Town Totnes‘ (TTT) erhoben. Transition heißt Übergang und bedeutet, dass kein radikaler Bruch, sondern ein allmählicher Wandel vonstattengehen soll.

200 lokale Mitstreiter suchen nach Möglichkeiten, den Alltag grüner zu gestalten. So wird beispielsweise aufbereitetes Abfall-Öl aus lokalen Restaurants und Schnellimbissen als Treibstoff verwendet. Eine „Food Group“ von Freiwilligen bietet Unterstützung bei der Anlage von Bio-Kompostgärten an. Auch eine lokale Währung wurde eingerichtet, das Totnes Pound (TP), wodurch der Austausch regionaler Produkte gefördert wird.

Der Wandel soll in einem Zwölf-Stufen-Plan vollzogen werden. Stufe 1 beginnt mit der Etablierung einer Steuerungsgruppe, es folgen weitere Stufen, in denen man sich in das öffentliche Bewusstsein einbringt, Interessengruppen bildet, Verbindungen zu lokalen Entscheidungsträgern aufbaut, und so weiter. Die Endstufe stellt die Umsetzung eines Energie-Abrüstungs-Plans dar.

Gründer der Transition-Bewegung ist Denn Hopkins (41). Er hat ein TTT-Büro eröffnet, eine Webpräsenz eingerichtet und ein Buch mit dem Titel „Transition Handbook“ auf den Markt gebracht.

Die Stadt Totnes hat 8.000 Einwohner, mehr als die Hälfte davon beteiligen sich mittlerweile am Projekt und weltweit gibt es bereits 280 Initiativen in 13 Ländern, die dem Vorbild Totens nacheifern.

Josephin Lehnert

1 Kommentar

  • Biomasse zu Energie!
    Intendiert ist der Verkauf von Wärme im Sinne von Heiz- & Kühlleistung. Erzeugt wird diese Wärme
    durch einen Biomasse Pyrolysator bzw. Vergaser. Energieträger ist Getreidestroh. Es können auch
    andere wickelbare Biomassen, Stammholz, Bauwolle, Altholz, Altpapier, usw. verwertet werden.
    Zuschläge an Schüttgut sind grundsätzlich denkbar.
    Die Verwendung von Getreidestroh ist besonders angezeigt, weil es auf einem Stück Ackerland ermöglicht
    Getreide zu ernten und Rohstoff zur Energiegewinnung bereit zu stellen. Etwas, was andere
    Technologien (KUP Kurzumtriebsplantage – Hackschnitzelkraftwerk , Mais – Biogas) nicht können.
    Unsere Technologie ist darum keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion.
    Unsere Technologie gebiert dem Landwirt ein zusätzliches Einkommen und erspart Kosten (Wachstumsminderer
    fallen weg, Strohentsorgung entfällt).
    Zwei Kilo Getreidestroh entsprechen dem Brennwert von 1 Liter Heizöl bzw. Dieselkraftstoff.
    Zum Stand der Technik gehört die „Ernte“ von Getreidestroh in verschiedenen Formen: Rundballen
    HD-Rundballen, HD-Kastenballen, Klein-Kastenballen. Bis auf die händischen Kleinkastenballen können
    von unserer Technologie alle Ballenformen verwertet werden. Idealerweise finden Rund- oder
    HD-Rundballen Verwendung.
    Die Gestehungskosten für Rundballenstroh differieren lokal. 100 Euro Strohpacht/ha/a zzgl. Lohnunternehmerkosten
    ergeben ca. 200 Euro für 20 Rundballen in Mecklenburg. Hinzugerechnet werden
    müssen die Logistikkosten. In Schleswig-Holsten ist mit >10 Euro/Stück ab Feld anzusetzen. Wir gehen
    vorsichtig optimistisch von 40 Euro Stückkosten CIF Hamburg bzw. 125 Euro/t aus.
    Die Fördersituation für Regenerative Energie in Deutschland (und der EU) versetzt uns in die Lage
    aus dem Stand mit geringem Eigenkapital Geschäft zu generieren und schrittchenweise zu Wachsen.
    Investoren sind gleichwohl willkommen, um ein schnelles und kontinuierliches Wachstum –ebenfalls
    Schritt für Schritt- zu ermöglichen.