Kleine Projekte, große Wirkung

In letzter Zeit wird immer mehr von Umwelt und Umweltschutz gesprochen. Die meisten Unternehmen und fast jede Stadtverwaltung schreiben sich den Umweltschutz inzwischen sogar auf die Fahne. Viele dieser Gemeinschaften können durch die Umsetzung guter Ideen sehr respektable Ergebnisse vorweisen. Aber auch rein private Kleinprojekte, die nicht gleich Strom aus Afrika importieren, verdienen es, erwähnt zu werden.

So wurden zum Beispiel seit Oktober 1999 in Deutschland 760.000 Solaranlagen gefördert, wovon sich nur ein kleiner Teil im Besitz von Firmen oder Organisationen befindet. Die anderen, privaten Investoren haben sich aus ganz persönlichen Gründen für ihre Solaranlage entschieden.

Lokales Engagement

Im Landkreis Freising werden laut AndreasHenze, dem Mitautor des Buches „Strom von der Sonne“ 47 Prozent des gesamten Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien gespeist. In einigen Freisinger Gemeinden werden sogar mehr als 100 Prozent des Eigenbedarfs durch Sonnenenergie, Geothermie, Biomasse und Wasserkraft erzeugt. Das lässt das Ziel des Freisinger Kreistages – bis 2035 den gesamten Landkreis mit erneuerbaren Energien (Wärme und Strom) zu versorgen – realistisch erscheinen.

Die Solarenergie erfreut sich bei den Freisingern besonders großer Beliebtheit. Alle Gemeinden des Landkreises sind in der Solarbundesliga registriert und erreichen dabei häufig sehenswerte Ergebnisse. So belegt zum Beispiel die Gemeinde Hohenkammer derzeit den 58. Platz von 1.512 Gemeinden im bundesweiten vergleich.

Wachstumshilfen

Erfreulicherweise wird der „Wildwuchs“ von kleinen Umweltprojekten inzwischen vielfältig gefördert. Projekte wie die Solarbundesliga, die für Aufmerksamkeit und Anerkennung sorgen, sind ein hervorragender Dünger für Kleinprojekte und fördern die Motivation. Dank der staatlichen Förderungen steht den bereits gedüngten Projekten auch das nötige Wasser zur Verfügung. Denn häufig ermöglichen erst die Förderprogramme das effektive Engagement privater Umweltfreunde.

Mit gutem Beispielen Voran

Die Gemeinde Eching geht mit gutem Beispiel für ihre Bürgerinnen und Bürger voran. Am 01. Januar 2010 hat die Gemeinde einen Vertrag mit Eon über eine vollständig CO2-freie Versorgung von öffentlichen Gebäuden durch Strom aus Wasserkraft abgeschlossen. Eon erhält seitdem vermehrt Anfragen zu diesem Angebot.

Ein älteres Vorzeigebeispiel von 2003 ist die Schallschutz-Solarwand an der A92 bei Freising – damals mit 6.000 Quadratmetern die laut Hersteller größte Solarlärmschutzwand der Welt. Sie hat eine Leistung von 500 Kilowatt und produziert nach Auskunft der Stadtwerke Freising pro Jahr über 600.000 Kilowattstunden Strom. Durch ihre Unübersehbarkeit wirbt die Anlage für Sonnenenergie und trägt dadurch auch zum Ausbau der Erneuerbaren bei.

Fazit

Überall bergen sich Potenziale für erneuerbare Energien. Auch kleine Eigenheimprojekte sind nicht zu unterschätzen. In der Summe können sie viel bewirken – wie die 760.000 Solaranlagen, die seit 1999 ans Netz gingen. – Umweltschutz fängt Zuhause an.

Thomas Eibl

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