Kein Netzausbau, keine Energiewende?

Energiewende Netzausbau

„Ohne neue Stromtrassen scheitert die Energiewende“ titelte jüngst eine Pressemeldung von der Deutsche Umwelthilfe, Germanwatch und dem WWF Deutschland, in der die Organisationen die Ministerpräsidenten der Länder aufforderten, den notwendigen Um- und Ausbau der Stromtrassen für die Energiewende nicht zu behindern.

Lorenz Jarass, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden, betonte dagegen in der Sendung nano vom 6. Februar 2014, dass es unbewiesen wäre, dass man neue Stromtrassen für die Integration des Windstroms benötige. Die Leitungen wären nicht für die Windenergie erforderlich, sondern für den Weiterbetrieb der Kohlekraftwerke.

In Bayern wurde bereits von der Regierung Seehofer ein Moratorium für eine neue Stromleitung verhängt.

Wie sinnvoll ist der Netzausbau ihrer Meinung nach? Ist er für die Energiewende unabdingbar oder sollten sich Bund und Länder vorrangig auf die dezentrale Energiebereitstellung konzentrieren?

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3 Bemerkungen

  • Meiner Meinung nach, ist die Sache relativ klar.

    Ich beginne zunächst einmal damit, dass durch die neue Formen des EEG die Energiewende für kleine Investoren und Beteiligungen einen deutlich erschwerten Markteintritt erhält und wieder an einige wenige Vermarkter gebunden sind welche den Ton angeben, es entsteht wieder ein Oligopol. Das Ziel der Energiewende und damit geringer Marktpreise, sowie Strompreise für den Nutzer kann nur erreicht werden indem eine freie Marktwirtschaft gewährleistet wird, mit vielen kleinen Erzeugern in einem regionalen Netz. Die besten Beispiele für die vollständige Implementierung erneuerbarer Energien zur Selbstversorgung ganzer Kommunen haben bereits mehrere Bioenergiedörfer beweisen. Des Weiteren entsteht derzeit ein Plan der EE Selbstversorgung für den Großraum Göttingen. Diese Methode erscheint in meinen Augen als beste, da jede Kommune entsprechend sich ihren Ressourcen anpassen kann. So können Kommunen und Energiegenossenschaften im Norden ihren eigenen Windausbau vorantreiben, während Bayern oder Baden-Württemberg eher auf Solar und Biomasse setzen kann. Wie Andreas Popp bereits sagte: „der wahre Gedanke der Demokratie findet in kleinem Bereich statt, mit zunhemender Größe entsteht eine Oligarchie, also die Regierung weniger zu eigenen Interessen“

    Gigantische Stromtrassen erscheinen mir damit wenig sinnvoll, da Kommunen als Selbstversorger ihre Nachbarn unterstützen können, wobei jeder für sich die Verantwortung übernimmt und damit die EIGENEN Bürger in den Prozess involviert. Damit entsteht eine Absicherung der normalen Bevölkerung gegenüber einer Willkür Weniger (wie EU Kommission, Parteien, Bundestag etc.)

  • Es ist für mich langsam nur noch sehr begrenzt nachvollziehbar, wie sehr sich die „Stromautobahnen“ als [b]voraussetzende Instanz[/b] zum Gelingen der Energiewende in die Wahrnehmung ‚eingefahren‘ haben. Da muss ich einigen Strategie-und Markentingabteilungen leider höchsten Respekt zollen. Chapeau!…..ganze Arbeit geleistet!
    Der ‚Vorhang‘ ist mit der ‚Unverzichtbarkeit‘ neuer Stromtransportwege von den ‚Windparkanlagen im Norden in die Verbrauchszentren im Süden‘ bestens gewoben. Da blicken buchstäblich nur noch die wenigsten ‚durch’…..und sehen nicht, dass im eigentlichen Sinn der „Stromautobahnen“ nicht der Öko-Strom steht, sondern die unbegrenzte Einspeisung von Kohle-Strom!

    Ergänzend sei noch auf einige eigene Zeilen vom Juni 2012 verwiesen, die zwischenzeitlich (leider) nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben: http://www.solarserver.de/solar-magazin/solar-standpunkt/energiewende-und-netzausbau-oder-wie-viel-leitung-braucht-man-um-zu-uebersehen-dass-man-auf-derselben-steht.html

  • Kein Netzausbau nötig bei dezentraler Energiegewinnung

    Wenn jeder Haushalt Photovoltaikanlagen und Solarkollektoren auf dem Dach hat, gekoppelt mit einer effektiven und sparsamen Energienutzung, wird der Traum von unbegrenzt verfügbarer und billiger Energie wahr. Deutschlant besitzt bereits ein sehr gutes Versorgungsnetz, das sicherlich gepflegt werden muss. Große Stromtrassen sich aber bei einer dezentralen Energieversorgung nicht nötig. Auch Megakonzerne sind dafür überflüssig. Das ist der Grund, warum Politik und Lobb das Modell der kleinen, dezentralen Energiegewinnung nicht vorantreiben.