In den Fängen der Mafia

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Wir alle kennen sie, die Geschichten der Mafia – Drogenhandel und Prostitution, miese Machenschaften mit einem einzigen Hintergedanken: Reichtum und Macht! Doch auch die Mafia geht mit dem Zahn der Zeit, sie sind deutlich moderner geworden und alles, was wir bislang über sie gehört haben, scheint sich hauptsächlich noch in Filmen zu manifestieren.

Heute fällt das Wort Mafia immer öfter in Zusammenhang mit den erneuerbaren Energien und keineswegs nur die italienische Fraktion hat ihre Finger hier im Spiel – die Mafia kennt keine geografischen Grenzen!

Die Windenergie zählt innerhalb der Europäischen Union zum Vorzeigeobjekt unter den erneuerbaren Energien. Spätestens seit der Festnahme Vito Nicastri im vergangenen Dezember, dürfte klar sein, dass auch die Mafia längst den strategisch wichtigen Sektor „Green Economy“ für ihre Machenschaften entdeckt hat. So nutzte Nicastri den grünen Vorhang der Windanlagen, um seine Gelder rein zu waschen und das mit Hilfe beträchtlicher Subventionssummen der EU. Mit rund fünf Milliarden Euro hat die EU alleine im vergangenen Jahr ihren 20-20-20 Plan für Elektrizität aus erneuerbaren Quellen bezuschusst. Ein gefundenes Fressen für betrügerische Absichten, bedenkt man, wie viel von den EU-Subventionen alleine in den geschäftlichen Absichten des Vito Nicastri stecken – beschlagnahmt wurden 1,5 Milliarden Euro!

Und auch auf der iberischen Halbinsel ist man „Stromsündern“ auf die Schliche gekommen. Hier hat man sich jedoch nicht bei der Windenergie bedient, sondern eine ganz außergewöhnliche Solarschiene gefahren. Solaranlagen die auch nachts Strom produzieren, so die prekäre Aussage ihrer Besitzer. Letztenendes deckte die Polizei jedoch auf, dass für den vermeintlich umweltfreundlichen Strom keineswegs die angepriesene Nachtsolaranlage verantwortlich war, sondern mit Dieselgeneratoren ordentlich nachgeholfen wurde. Nicht besonders „Green“, dafür aber äußerst lukrativ, wenn man einen Blick auf die EU-Zuschüsse wirft.

Solange es der EU an regulierenden Maßnahmen fehlt und die Selbstregulierung somit verstärkt wird, die Finanzierung etwa bei Windkaftanlagen mehr als undurchsichtig ist, wird Korruption immer eine große Rolle spielen. Zu lukrativ ist das Spiel mit den Subventionen, zu verlockend sind die Schlupflöcher – und da, wo viel Geld verdient und „rein“ gewaschen werden kann, ist auch die Mafia nicht weit!

Judith Schomaker

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