Geht die Ära der Kohlekraft bald zu Ende?

Die Ära der Kohleverstromung könnte schon bald zu Ende sein
Die Ära der Kohleverstromung könnte schon bald zu Ende sein?

Noch liegt der Anteil aus Kohle erzeugter Energie in Deutschland gleichauf mit den Erneuerbaren Energien. Doch im Zuge der Energiewende könnte die Hälfte der noch betriebenen Braunkohlekraftwerke abgeschaltet werden. Und das schon innerhalb der nächsten zehn Jahre. Steht die Kohlekraft, die über viele Jahrzehnte das Rückgrat der deutschen Energieerzeugung gebildet hat, vor einem baldigen Aus? Zumindest die Bundesnetzagentur scheint genau das nicht zu glauben.

Lange Zeit galten Kohlekraftwerke als ein unverzichtbares Instrument zur Sicherstellung der Stromversorgung der Bundesrepublik. Denn sie liefern zuverlässig und vor allem günstig Elektrizität. Auch in Zeiten des steigenden Ausbaus der Erneuerbaren Energien und billigen Ökostroms können sie deswegen noch immer rentabel betrieben werden. Doch hat die Kohlekraft einen entscheidenden Nachteil, der nicht in das deutsche Konzept der Energiewende passt und der die Kohleverstromung in Zeiten des Klimawandels immer fragwürdiger erscheinen lässt: Denn Stein- und vor allem Braunkohle gehören zu den schmutzigsten Energieträgern der Welt.

Jedes Jahr werden allein in Deutschland mehr als 320 Millionen Tonnen Kohlendioxid als Folge der Kohleverbrennung freigesetzt. 2005 waren das 37 Prozent der gesamten deutschen CO2- Emissionen. Das belastet die Atmosphäre enorm und beschleunigt die globale Erwärmung deutlich.

Deshalb geht die Bundesnetzagentur davon aus, dass die Bundesregierung innerhalb der nächsten zehn Jahre ungefähr die Hälfte der Braunkohlekraftwerke schließen wird, um den Erfolg der Energiewende und die Einhaltung der deutschen Klimaschutzziele nicht zu gefährden. Denn Deutschland hat sich im Koalitionsvertrag verpflichtet, die Treibhausgasemissionen Deutschlands bis zum Jahr 2020 national um 40% gegenüber 1990 zu reduzieren.

Viele Energieexperten sind sich einig, dass das ohne eine deutliche Einschränkung der Kohleverstromung nur schwer zu realisieren sein wird.

Kohlekraft bald zu Ende?

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Sollte die Ära der Kohlekraft wirklich so schnell wie von der Bundesnetzagentur prognostiziert dem Ende zugehen, wären die großen Verlierer vor allem Vattenfall und RWE, denn die meisten der gut 40 Braunkohleanlagen, die für die Stilllegung in Frage kämen, sind im Besitz der beiden Energiekonzerne. Gerade für Vattenfall dürfte diese Prognose zum völlig falschen Zeitpunkt an die Öffentlichkeit gelangen. Denn der Konzern plant noch in diesem Jahr den Verkauf seiner Braunkohlekraftwerke in Ostdeutschland. Die Frage ist nun, ob sich bei dieser Einschätzung überhaupt Interessenten finden lassen.

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