Geballte Frauenpower

In Rösrath muss gespart werden, je mehr, desto besser. Die finanziellen Ressourcen der Stadt Rösrath geben nämlich nichts mehr her, wer hier mit Ausgabevorschlägen ankommt, kann gleich wieder zur Tür hinausgehen. Stattdessen sind Vorschläge zur Einsparung und zur Verbesserung der kommunalen Finanzen herzlich Willkommen.

Um so erfreulicher die gut besuchte Solar Lokal im Jahr 2008. Eine anbieterneutrale, bundesweite Aufklärungsveranstaltung zu den Möglichkeiten der Stromerzeugung aus Sonnenlicht, getragen vom Naturschutzverband Deutsche Umwelthilfe e. V. und dem deutschen Solarstromkonzern SolarWorld, die auch in Rösrath Halt machte. Sparen und Geldverdienen gleichzeitig und ganz nebenbei die Kommunalkasse entlasten – eine Idee, die auch bei der weiblichen Bevölkerung Eindruck geschunden hat. Über die Wirkung der Veranstaltung und deren Ausmaße waren sich die Damen um die Frauengruppe „Lokale Agenda 21“ zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht bewusst. Eine Gruppe Frauen, die ein so großes Rad dreht, war selbst für die emanzipiertesten Rösrather nur schwer vorstellbar.

Jetzt, nicht einmal zwei Jahre später, haben die Pläne eine konkrete Form angenommen, dabei fing alles ganz harmlos an – mit einem Infoabend. Aus den Problemen vieler Interessierter ist dann das Projekt der Rösrather Powerfrauen entstanden. Viele haben aufgrund der baulichen Gegebenheiten einfach nicht die Möglichkeit, Solarmodule auf ihrem Dach zu installieren und damit die Kraft der Sonne zur Stromerzeugung auszunutzen. Zu flach, zu schattig oder einfach zu klein, um Solarmodulen eine Chance zu geben. Gemeinsam stark sein und am selben Strang ziehen, das dachten sich dann wohl die Damen der Stadt und nahmen das Zepter selber in die Hand. Einen idealen Standort für Ihr Solarprojekt haben sie bereits ausfindig gemacht, das Dach des Gymnasiums ist für diese Aufgabe geradezu prädestiniert.

Die Umsetzung des Frauenprojekts mit der tatkräftigen Unterstützung von der ortsansässigen Firma Wibatec, die über die nötige Erfahrung auf dem Solarsektor verfügt. Ebenfalls mit im Boot sitzt Horst Schmitz als Steuerberater, schließlich soll das Projekt ja nicht nur Geld kosten, sondern auch rentabel sein. Und das ist es gewiss, was die Berechnungen unterschiedlicher Laufzeiten und Finanzierungsmodelle zeigen. Von der 100-prozentigen Eigenfinanzierung bis hin zum lediglich 30-prozentigen Eigenanteil wurde das 93.000 Euro teure Solarprojekt von sämtlichen Seiten beleuchtet.

Je nach Interesse und Investitionsfreude von Investoren ist von einer 30 Kilowattanlage bis hin zur 100 Kilowatt Spitzenleistung pro Tag alles offen, angesichts der guten Rendite von angenommenen acht Prozent eine sicherlich lohnenswerte Geldanlage. Allerdings drängt die Zeit, wenn sich die Rendite nicht verschlechtern soll, muss das Projekt vor dem 31.03.2010 an den Start gehen. Danach verringert sich die staatliche Förderung, was sich auch auf die Rendite auswirken würde, ganze zwei Prozent würden die Powerfrauen dann verschenken. Für das Bürger-Solar-Kraftwerk müssen feste Zahlungszusagen also bis Ende Februar sicher sein, um den Projektstart und damit die Rendite nicht zu gefährden.

Judith Schomaker

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