Ewigkeitslasten der Steinkohle mit grünem Potenzial

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Auch nach dem geplanten Auslaufen des deutschen Steinkohlebergbaus müssen noch „ewig“ enorme Mengen an Grubenwasser zutage gepumpt werden, da sonst unter anderem eine Verseuchung des Grundwassers droht. Der Betreiber der Bergwerke, die RAG, sieht jedoch Potenzial für eine sinnvolle Nutzung der Geothermie.

Ein Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums bestätigt, dass auch nach dem geplanten Ausstieg aus dem deutschen Steinkohlebergbau jährliche Kosten für den Steuerzahler in Millionenhöhe entstehen.

Die so genannten „Ewigkeitskosten“, die – wie der Name vermuten lässt – auf unbestimmte Zeit anfallen werden, dürften sich Jahr für Jahr auf voraussichtlich über 100 Millionen Euro summieren. Verantwortlich dafür sind insbesondere Kosten in Verbindung mit der fortlaufenden Grubenwasserhebung.

Während Steinkohle unter Tage abgebaut wird, müssen große Mengen an Grubenwasser abgepumpt werden. Nach Einstellung der Bergbautätigkeiten wäre diese Maßnahme grundsätzlich unnötig. Allerdings hat sich herausgestellt, dass durch einen vollständigen Anstieg unter anderem das Grundwasser mit Schwermetallen verseucht werden und es zu einer Anhebung der Erdoberfläche kommen kann, was zu erheblichen Beschädigungen von Gebäuden (Bergschäden) im Ruhrgebiet führe. Dieses unkalkulierbare Risiko kann in der bevölkerungsreichen Region nicht eingegangen werden.

Allerdings zeichnet sich ab, dass aus der Not eine Tugend werden könnte. Das Grubenwasser ist nämlich je nach Tiefe der Stollen 30 bis 40 Grad warm und eignet sich somit zum Beheizen von Gebäuden an der Oberfläche. Da das warme Grubenwasser ohnehin an die Oberfläche gepumpt werden muss, ist das Potenzial der geothermischen Nutzung für die Region hoch. Nun hängt es maßgeblich davon ab, ob sich die RAG und die regionalen Energieversorger auf ein breit angelegtes Konzept zur Nutzung dieser Energiequelle einigen können. Dadurch könnte zumindest ein Teil der „Ewigkeitskosten“ für den Steuerzahler vermieden werden.

Oliver Hölzinger

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