Energiewende: Deutschland erfüllt Zielvorgaben bislang nicht

Die Mitgliedsstaaten der EU sind auf einem guten Weg

Jüngsten Untersuchungen der europäischen Umweltagentur (EUA) zufolge bildet Deutschland beim Erreichen der von der EU angepeilten Energie- und Klimaziele bis 2020 verglichen mit den anderen Mitgliedsstaaten der europäischen Gemeinschaft eines der Schlusslichter. Die EUA analysierte drei ihrer wesentlichen Hauptziele: die Reduktion der Treibhausgas-Emissionen, die Steigerung der Energieeffizienz und den Ausbau der erneuerbaren Energien. Laut EUA ist Deutschland dabei bislang insgesamt keine ausreichende Entwicklung gelungen. Deutschland liegt deshalb auf dem vorletzten Platz der anhand der Daten ermittelten Rangliste. Nur die Niederlande haben nach Meinung der EUA schlechter abgeschnitten. Auf dem ersten Platz liegt Großbritannien, gefolgt von Tschechien und Zypern.

Um das Ranking zu erstellen, vergab die EUA Punkte für das bisherige Erreichen der drei genannten Hauptziele.  Zwei Punkte wurden vergeben, wenn das Land schon auf dem besten Weg zur Zielerfüllung ist. Ist es bislang nur teilweise auf dem richtigen Weg, wurden 0 Punkte gegeben. Wenn es bisher so aussieht, als würden die Ziele bis 2020 verfehlt werden, vergab die EUA zwei Minuspunkte. Einen Extrapunkt gab es für eine steigende Tendenz Richtung Zielerfüllung.. Deutschland kam insgesamt auf zwei Minuspunkte, denn nach Ansicht der EUA konnten wir bis dato nur im Bereich Ausbau und Anteil der erneuerbaren Energien punkten.

Dabei liegen die Zielvorgaben der EU eigentlich im Bereich des Möglichen. Die Maßgabe zum Erreichen dieser Ziele richtet sich nach dem Kyoto-Protokoll und wurde im Rahmen des Klima- und Energiepaketes der EU festgelegt. Demnach soll sich der Ausstoß der (sieben wichtigsten) Treibhausgase europaweit bis 2020 um 20 Prozent verringern. Der Anteil der Erneuerbaren am gesamteuropäischen Strombedarf soll auf 20 Prozent steigen. Außerdem soll die Energieeffizienz verglichen mit einer Entwicklung ohne weitere Effizienzanstrengung um 20 Prozent gesteigert werden.

Die EUA ist trotz des schwachem deutschen Ergebnisses insgesamt optimistisch, was die Gesamtentwicklung der Länder in den jeweiligen Zielbereichen angeht. Denn zusammen mit dem Ranking wurden Ergebnisse veröffentlicht, denen zufolge die Treibhausgas-Emissionen innerhalb der EU zwischen 2012 und 2013 um zwei Prozent zurückgegangen sind. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, geht die EUA davon aus, dass die Zielvorgabe erreicht und möglicherweise sogar übertroffen wird.

Auch in den anderen zwei Bereichen seien die Mitgliedsstaaten auf einem guten Weg. Bereits 2012 habe der Anteil der Erneuerbaren am Gesamtstromverbrauch europaweit 14 Prozent betragen. Auch hier könnte das bis 2020 angepeilte Ziel übertroffen werden. Auch das Energieeffizienzziel werde wahrscheinlich erreicht. Schon heute sinkt der Gesamtstromverbrauch überall in Europa kontinuierlich aufgrund besserer Energieausbeute.

Der Exekutivdirektor der EUA Hans Bruininckx sagte zu den Ergebnissen, Europa mache gute Fortschritte bezüglich der Zielverwirklichung für das Jahr 2020. Es gebe jedoch keinen Grund zur Selbstzufriedenheit, denn die Analyse zeige auch, dass die Entwicklung in einigen Länder langsamer verlaufe als geplant.

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