EU erreicht die 100-Gigawatt-Marke

Windpark

Die EU hat bei der Errichtung von Windenergieanlagen die Marke von 100 Gigawatt überschritten. Das macht Dutzende konventionelle Kraftwerke überflüssig.

Nach Angaben der European Wind Energy Association (EWEA) lässt sich mit 100 Gigawatt Windenergie in einem Jahr genügend Strom erzeugen, um 57 Millionen Haushalte komplett zu versorgen. Damit könnte theoretisch die Energieproduktion von 39 Kernkraftwerken oder 62 Kohlekraftwerken ersetzt werden.

Gewaltige Windressourcen

Die Hälfte der gesamten Kapazität im europäischen Windenergiebereich wurde in den vergangenen sechs Jahren errichtet. „Um die gleiche Menge Strom zu erzeugen, wie in Europa jedes Jahr aus Windkraft generiert wird, müssten 72 Millionen Tonnen Kohle in Kohlekraftwerken verbrannt werden“, erklärt EWEA-Geschäftsführer Christian Kjaer. Wollte man einen Güterzug mit dieser Menge Kohle beladen, so hätte dieser 750.000 Waggons und wäre insgesamt 11.500 Kilometer lang – das entspräche der Entfernung zwischen Brüssel und Buenos Aires, sagte er.

Hierbei entstünden Kosten von rund fünf Millionen Euro, ein CO2-Ausstoß von 219,5 Megatonnen würde dazu kommen. „Obwohl wir nur einen Bruchteil der gewaltigen Windressourcen nutzen, über die Europa verfügt, hat die Windenergie einen großen Einfluss auf die Energiesicherheit und den Umweltschutz in Europa“, sagte Kjaer. Darüber hinaus profitiere Europa vom Technologieexport und von den „grünen“ Jobs, die durch die Nutzung der Windenergie entstehen würden.

Zu den kürzlich errichteten Windenergieanlagen, die zum Überschreiten der 100-Gigawatt-Marke beigetragen haben, gehört unter anderem der Offshore-Windpark Anholt (400 Megawatt), der derzeit von Dong Energy vor der dänischen Küste projektiert wird.

Daniel Seemann

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