Umweltfreundlicher Flieger

Unter den Motorseglern ist der Durchbruch in Sachen CO2 freie Antriebsformen bereits gelungen, das erste fliegende Leichtgewicht hebt ausschließlich mit Hilfe von Brennstoffzellen ab. Der Testflug des umgebauten Fliegers, basierend auf dem Motorsegler Antares 20E, wurde erfolgreich auf dem Hamburger Flughafen getestet. Dem Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Zusammenarbeit mit seinen Projektpartnern BASF Fuel Cells, Lange Aviation, und Serenergy ist hiermit der weltweit erste pilotgesteuerte Flug gelungen, der ein Flugzeug mit reinem Brennstoffzellenantrieb abheben lässt.

Der mit 660 Kilogramm leichtgewichtige Antares DLR-H2, bei Lufthansa Technik in Hamburg beheimatet, mit einer Spannweite von 20 Metern und einer Länge von 7,4 Metern, kommt dabei ganz ohne den Ausstoß von Kohlendioxid und Stickoxiden aus. Durch die elektrochemische Reaktion innerhalb der Brennstoffzelle, die sich unter einer der Tragflächen versteckt, entsteht lediglich sauerstoffarme Luft und Wasser, als eine Art Abfallprodukt. Die Brennstoffzellen werden gespeist mit Wasserstoff, auch hier befindet sich der Tank verborgen unter der Tragfläche. Eine Verstärkung der Tragflächen sorgt dabei für die nötige Stabilität und Sicherheit für die zwei zusätzlichen Außenlastbehälter.

Bei der Effizienz des Antriebes hat sich der DLR allerdings nach unten verschätzt. Diese wurde mit bis zu 44 Prozent angegeben, hat sich aber als wesentlich höher erwiesen. Auch im Vergleich zu Antrieben, die durch die Verbrennung von Kerosin auskommen und zwischen 18 und 25 Prozent liegen, erreicht der Brennstoffzellen-Flieger eine deutlich höhere Ausbeute. Maximal erreicht der innovative Motorsegler eine Geschwindigkeit von 170 Kilometern pro Stunde, bei einer Leistung von etwa 25 Kilowatt. Ein revolutionärer Durchbruch in der Luftfahrt, der in Zukunft auch Urlaubsflieger mittels Brennstoffzellenantrieb abheben lassen könnte.

Judith Schomaker

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