Erste afrikanische Umweltbörse in Kenia eröffnet

Kenia; Foto: shutterstock

In Nairobi, Kenia, wurde die erste afrikanische Börse für den Handel mit Umweltzertifikaten („Carbon Cedits”) gegründet. Die Erwartungen an den Zufluss von Auslandskapital, speziell für den Energiesektor, sind hoch. Unter dem Programm des Clean Development Mechanism (CDM) befinden sich zahlreiche Projekte in der Entwicklung, die Chancen für eine umweltgerechte Entwicklung des afrikanischen Kontinents bieten.

Die Eröffnung der Börse hat Kenia in die internationale Riege der Länder mit günstigen Rahmenbedingungen für den Handel mit Umweltrechten gebracht. Hierdurch werden für die Zukunft – so zumindest die Hoffnung der Verantwortlichen – vermehrte Investitionen in die Entwicklung umweltfreundlicher, effizienter Energieproduktionen sowie Aufforstungsprojekte getätigt.

Vorreiter in Sachen erneuerbarer Energiepolitik

Kenia wird immer mehr zu Afrikas Vorreiter in Sachen erneuerbarer Energiepolitik: Der National Economic and Social Council (NESC) hatte bereits 2010 mit dem Aufbau von Strukturen für die lokale Finanzierung von Projekten in den Bereichen Klimaschutz, erneuerbare Energien und Wiederaufforstung begonnen. Die Energiepolitik der Regierung legt damit einen Schwerpunkt auf erneuerbare Energien. Darüber hinaus besitzt Kenia bereits eine Tarifpolitik für die Einspeisung von privat erzeugtem Strom in das nationale Netz.

Die Umweltbörse soll zukünftig mit zwei Arten von Zertifikaten handeln: Dies sind die Pflichtzertifikate sowie die freiwilligen Zertifikate (Compliance Credits beziehungsweise Voluntary Credits). Die Pflichtzertifikate betreffen Projekte von Regierungsstellen und anderen Institutionen, die aufgrund des Kyoto-Protokolls der UN bei ihren eigenen Projekten zur Reduzierung von umweltbelastenden Emissionen verpflichtet sind. Die Voluntary Credits werden von sonstigen Unternehmen, Organisationen und Personen angeboten, die sich aus Eigeninitiative um die Reduzierung von Umweltbelastung bei ihren Projekten bemühen.

Erwartungen im Energiesektor sind hoch

Wie die Africa Carbon Exchange (ACX) bekannt gab warten in Kenia derzeit 17 Projekte auf die Registrierung durch die CDM-Zentrale (Clean Development Mechanism), während drei bereits genehmigt wurden. Die Erwartungen sind hoch: So werden die in den nächsten fünf Jahren erwarteten Zuflüsse von ausländischem Investitionskapital allein im Energiesektor auf eine Größenordnung von einer Milliarde US-Dollar veranschlagt.

Daniel Seemann

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