Erneut außerplanmäßige Senkung der Einspeisevergütung für Solarstrom

Installation einer Solaranlage; Foto: shutterstock

Nach einem Berichtder Stuttgarter Zeitung soll die Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaik zur Jahresmitte erneut außerplanmäßig gesenkt werden. Darauf haben sich Vertreter der Branche mit Umweltminister Norbert Röttgen geeinigt. Auch das Wirtschaftsministerium und Vertreter der Koalitionsparteien sollen bereits ihr Einverständnis signalisiert haben.

Dieser Schritt ist nicht ungewöhnlich: Wie im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegt, werden die Vergütungssätze für erneuerbare Energien generell einmal jährlich abgesenkt. Für Solaranlagen hatte es bereits im letzten Jahr mehrere Zusatzrunden gegeben. Dieser Schritt war nicht ohne Kontroverse geblieben und hatte im Vorfeld zu erheblicher Unruhe in der Branche und zu Unsicherheiten bei potenziellen Käufern von Solaranlagen geführt.

Solarmarkt boomt trotz Kürzungen

Anders als zunächst erwartet, hatte die Absenkung der Vergütungssätze dem Absatz von Solaranlagen jedoch nicht geschadet, im Gegenteil: Viele Interessenten wurden durch die Entscheidung eher beflügelt und entschieden sich für den Kauf einer Anlage, um noch von der höheren Förderung zu profitieren.

Nach der letzten regulären Absenkung, die zum 1. Januar 2011 in Kraft getreten war, erhalten Besitzer von Solaranlagen, die seitdem in Betrieb genommen worden sind, je nach Anlagengröße bis zu 28,74 Cent pro Kilowattstunde Sonnenstrom. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 waren es noch bis zu 46,75 Cent gewesen.

Solarmarkt bald ohne staatliche Förderung?

Nun sollen die Vergütungssätze für erneuerbare Energien zum 1. Juli in Abhängigkeit vom Ausbautempo noch einmal um maximal 15 Prozent abgesenkt werden. Das würde die Höhe der Vergütungen auf bis zu 24,43 Cent pro Kilowattstunde reduzieren. Der Bundesverband Solarwirtschaft begrüßte in einer Stellungnahme die erreichte Vereinbarung. Der Verband geht nach wie vor davon aus, bis zum Jahr 2020 in Deutschland 52 bis 70 Gigawatt (GW) Solarleistung installiert zu haben.

Davon würden auch die Produktionskapazitäten der hiesigen Hersteller profitieren, die von derzeit 3,2 auf acht GW jährlich ausgeweitet werden sollen. Ab 2017 könnten erste Segmente des Solarmarktes bereits ohne staatliche Förderung auskommen. Diese Entwicklung wird von einem zu erwartenden, steigenden Preis für Kraftwerkskohle begünstigt.

Daniel Seemann

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