Erneuerbare mit Rekordhoch – Emissionen stagnieren dennoch

Erneuerbare mit Rekordwert, aber Emissionen stagnieren.
Erneuerbare Energien mit 36 Prozent am Strommix beteiligt.

Im vergangenen Jahr wurden über 36 Prozent des deutschen Bedarfs durch Ökostrom gedeckt. Das ist Rekord. Zu diesem Fazit kam eine Studie des Berliner Thinktanks Agora Energiewende. Der Ausbau der erneuerbaren Energien schreitet weiter voran. Vor allem die Windkraftanlagen wachsen stetig. Dennoch: die Emissionen stagnieren auch 2017. Weiterhin wird zu viel Strom produziert, auch die Treibhausgasemissionen sind wieder angestiegen. Zwar sanken die Emissionen in der Stromproduktion. Die Sektoren Verkehr, Industrie und Gebäude stoßen jedoch weiterhin zu viel Treibhausgas aus.

 

Neben dem starken Zuwachs der erneuerbaren Energien kommt auch der Atomausstieg gut voran. Daher wurde 2017 sogar mehr Strom durch Windkraft produziert als aus Atomkraft und Steinkohle. Diese fielen auf das niedrigste Niveau seit 1990. Während deutsche Windkraftanlagen etwa 16 Prozent Anteil am Strommix 2017 hatten. Generell läuft der Ausbau der Windkraft sehr gut. Am Erreichen der sauberen Premiere am frühen Neujahrsmorgen hatte die Windkraft mit 85 Prozent den größten Anteil.

Emissionen stagnieren auch 2017

Die Erfolge sind eindeutig. Der Ausbau der erneuerbaren Energien geht stetig weiter. Auch Atomausstieg und das langsame Zurückfahren der Steinkohleverstromung kommen voran. Im vierten Jahr in Folge sanken die Emissionen aus dem Stromsektor.

Doch hat die Studie auch aufgezeigt, an welchen Stellschrauben noch dringend zu drehen ist. Trotz der guten Nachrichten aus dem Stromsektor steigt der Stromverbrauch weiter an. Auch der generelle Energieverbrauch ist 2017 gestiegen. Sie lagen jeweils 0,8 Prozent über dem Vorjahresverbrauch. Dazu sind die Fortschritte in der Energieeffizienz zu gering. Das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum können sie nicht kompensieren.

Der steigende Verbrauch von Benzin, Diesel und Erdgas sowie eine konstant hohe Braunkohleverstromung führen dazu, dass die Treibhausgasemissionen Deutschlands 2017 auf hohem Niveau stagnieren. Daher ist 2017 das dritte Jahr in Folge ohne sinkende Emissionen. Die Energieeffizienz- und Klimaschutzziele Deutschlands für 2020 rücken in weite Ferne, wenn man nicht massiv gegensteuert. Zu diesem Zweck schlagen die Autoren der Studie ein Sofortprogramm vor.

Denn schreibt man den im Jahr 2000 begonnen Trend fort, wird Deutschland im Jahr 2020 seine Emissionen nur um 30 Prozent gegenüber 1990 senken. Vorgegeben waren ursprünglich 40 Prozent.

Quelle: Agora Energiewende